Montag, 31. Dezember 2007

Montag, 31. Dezember 2007 – Sylvester

Mein Wecker klingelte um 12 Uhr, da ich der Meinung war, dass ich heute schließlich nicht den ganzen Tag verpennen kann. Gegen 11 Uhr war ich zwar wegen den Nachbarn schonmal wach gewesen, aber das war nicht weiter schlimm. Dann habe ich angefangen die Sachen, die ich Kerstin und Matthias mitgeben wollte, einzupacken und nebenbei die Wäsche zu waschen, da dies unbedingt mal wieder nötig war.
Gegen 16 Uhr bin ich dann mal zum Agency gegangen, mit dem die Kommunikation leider nicht ganz so einfach gelaufen ist, wie ich mir das so gedacht hatte. Ich wollte doch nur wissen, ob ich noch irgendwelche Unterlagen von ihm für die erneute Polizeiregistrierung brauche. Deshalb habe ich WenXP angerufen, dessen Mobiltelefon Probleme machte und im Anschluss habe ich dann noch Bill angerufen, der mir erstmal weiterhelfen konnte. Letztendlich habe ich dann selber durch den Agency Wang die Öffnungszeiten herausgefunden und eine ungefähre Beschreibung gehabt, wo ich hin muss. Da die Polizeistation schon geschlossen hatte, habe ich mich mit dem Fahrrad auf die Suche nach dieser gemacht, um zu wissen, wo sie zu finden ist. Leider erfolglos. Gegen 18 Uhr habe ich mich dann zu Kerstin und Matthias auf den Weg gemacht, da ich ja mit beiden Essen gehen wollte. Leider hatten sie schon gegessen und mir auch zwei SMS geschickt, obwohl diese einfach nicht angekommen sind. Also habe ich mich selber auf die Suche nach einer kleinen Mahlzeit gemacht, die dann nachher aus einem heißen Pilzgericht mit Chili bestand, das wirklich scharf und heiß dazu war. Dafür hatte es einfach wirklich gut geschmeckt. Wieder zurück bei den beiden ging es dann mit dem Bus zum Salsa.
Beim Salsa Caribe angekommen kostete der Eintritt 100 ¥ und als wir uns dann an einen Tisch setzen wollten, wurde uns gesagt, dass wir Whiskey im Wert von 300 ¥ bestellen müssten. Also wechselten wir den Tisch, dann mussten wir nur noch einen Wein für 200 ¥ bestellen. Da dies von anderen auch nicht gemacht wurde, sahen wir das überhaupt nicht ein und haben uns einfach einen Cocktail bestellt, der etwas schwach auf der Brust war im Vergleich mit dem Gleichen im Kokomo. Am Anfang hat keiner so wirklich getanzt, also nutzten wir die Gelegenheit.

Aber gegen 23 Uhr wurde es dann langsam voller und gegen 24 Uhr wurde dann der Countdown begonnen. Das Feuerwerk innerhalb des Gebäudes war toll.

Als ich mir dann mal draußen angucken wollte, was so los ist, war da nichts, kein Feuerwerk, einfach nichts. In Sanlitun in einem anderen Bereich soll es laut Sofia auch super toll sein, also machte ich mich mal zum anderen Teil von Sanlitun auf. Dort war es genauso wie jedes Wochenende, einfach nur voll in den Discotheken und Bars. Also wirklich nichts Besonderes. Also habe ich mich auf die Suche nach einem ATM begeben, da Michael, Kerstin und ich nicht mehr viel Geld mit hatten, habe mir auf der Straße noch ein Bier und etwas zu Essen geholt und bin dann wieder zurück ins Salsa Caribe.
Dort ging es dann mit Showauftritten der Salsa-Tänzer weiter. Unter anderem ist dort auch eine kleine Gruppe von chinesischen Mädels aufgetreten, die unheimlich gelenkig waren.
Einfach unglaublich die Videos. Tut mir leid, dass ich euch diese nicht zur Verfügung stellen kann. Gegen 3 Uhr haben mich dann Kerstin und Matthias verlassen, da sie noch von der Großen Mauer geschwächt waren. Nachdem im Salsa Caribe nur noch Partymusik lief und gegen 3.30 Uhr dann die Life-Band wieder mit Salsa-Liedern anfing, aber keiner auf Salsa tanzte, bin ich dann zu Sofia in die Blue Bar gegangen. Ich hätte schon noch gerne Salsa getanzt, aber ich konnte keine Person zum Salsa-Tanzen finden und es war auch viel zu voll auf der Tanzfläche gewesen. Dann werde ich eben demnächst sonntags tanzen gehen.
Bei Sofia in der Blue Bar angekommen, haben wir beide dann noch ein wenig getanzt und sind dann gegen 4 bis 4.30 runter in die andere Bar, in der noch eine Life-Band spielte, wo Sofia und ich uns das erste Mal getroffen hatten. Nach viel Tanzen trennten sich dann unsere Wege gegen 7 Uhr, als auch Jitu und Jasu die irgendwann in der Bar aufgekreuzt waren, den Nachhauseweg antraten. Zu Hause angekommen habe ich mich dann einfach nur noch ins Bett gelegt, damit ich wenigstens rechtzeitig um 12 Uhr wieder aufstehen konnte.

Sonntag, 30. Dezember 2008 – Ankunft von Kerstin und Matthias

In der Bahn bin ich dann, nachdem An ausgestiegen war, sogar ganze zwei Runden sitzen geblieben und immer wieder weggenickt, da ich einfach unheimlich müde war. Rechtzeitig wieder aufgewacht, stieg ich dann aus und machte mich zum Bahnhof auf. Dort habe ich dann in der Abfahrtshalle gewartet und mich nach dem Ankunftsort erkundigt. Leider ohne Erfolg, ich war nur in der Ankunftshalle. Die Zeit verstrich so schnell, so dass ich mich draußen nach einem anderen Ankunftseingang umschaute und auf dem Weg hat mich dann Kerstin, die eigentlich nach ihrem Freund Ausschau gehalten hatte, entdeckt. Sie war überrascht, da sie eigentlich nicht mit mir um diese Uhrzeit gerechnet hatte. Sie konnte mir nämlich keine SMS schreiben, da mein Mobiltelefon ausgeschaltet war und sie war früher als erwartet angekommen. Nachdem wir dann die Tickets für beide für Mittwochabend nach Shanghai geholt hatten, gingen wir zum Bus 24. der auch prompt kam, als wir ankamen. Wir fuhren erstmal bis zur Endhaltestelle, da ich die von Kerstin genannte Haltestelle nicht finden konnte. Nachdem ich dann aber den Straßennamen des Hotels gefunden hatte (DongSiJiuTiao) und ich mir die Charaktere der Haltestellen anguckte, wusste ich wo wir aussteigen müssen. Also wieder zurück in den Bus und ab ging es wieder die halbe Strecke zurück. Das Hotel war für 120 ¥ pro Nacht für beide Personen recht günstig und der erste Eindruck war auch gut. Einziges Problem sind die Renovierungsarbeiten und der Farb- oder Lackgeruch. Nachdem die beiden kurz ihre Sachen abgestellt hatten, ging es dann auch schon weiter zu meinem Wohnort, da ich mich kurz umziehen wollte und ihnen auch mal meinen Wohnort zeigen wollte.
Dort angekommen habe ich dann beiden das Tanzvideo von Petra und mir gezeigt und die Karten für die Bahnfahrt verteilt. Danach haben wir erstmal in meinem Lieblingsrestaurant, wo ich mein erstes Essen genossen hatte und auch die ersten Deutschen ihr erstes chinesisches Essen hatten, unser Mittagessen bestellt, das aus 5 Gerichten bestand, die restlos gegessen worden sind. Im Anschluss haben wir dann den Lama Temple besichtigt, von dem ich leider keine Fotos habe, da meine Batterie der Kamera leer geworden ist. Hätte ich die mal besser vorher aufgeladen. Egal. Ansonsten sind wir danach dann noch zur Shoppingmall “The Place” gefahren, wo in dem Moment der riesige LED-Bildschirm ausgeschaltet war und für den Neujahrswechsel ein Partyabschnitt aufgebaut wurde. Nachdem wir dann mal durch die einzelnen Läden gegangen sind und es drinnen auch so verdammt warm war, hatten wir beschlossen wieder zu gehen. Und siehe da, der LED-Bildschirm zeigte wieder die Unterwasserwelt. Das war wieder beeindruckend, auch wenn der Blick dieses Mal durch die Arbeiten und die Bühne nicht komplett frei war.
Dann sind wir von da aus zum Bus am dritten Ring gelaufen und haben uns von dort ins Kokomo begeben, das eine schöne Dachterrasse hatte, die einfach mit einem Plastikdach abgedeckt und mit Gasheizern ausgestattet war. Draußen war es immer noch ziemlich windig. Nachdem wir dort einen Cocktail getrunken hatten, sind wir nochmal zur Salsa-Location zurückgegangen, da diese nun geöffnet haben musste. Dort angekommen fand gerade ein Anfängerkurs statt. Nachdem dieser vorbei war, legte der DJ von 21 bis 22 Uhr gute Salsa-Musik auf und ab 22 Uhr spielte dann sogar eine Live-Band. Das war natürlich super, ich habe wieder richtig Spaß am Salsa-Tanzen gefunden und ich werde demnächst versuchen öfter sonntagsabends Salsa-Tanzen zu gehen, wenn schon kein Eintritt verlangt wird. Schließlich muss ich meine Kenntnisse auch mal wieder auffrischen. Gegen 22.30 Uhr habe ich dann den letzten Bus genommen und Kerstin und Matthias sind auch nach Hause gefahren, da sie schließlich am nächsten Tag zur Großen Mauer wollten. Auf meinem Nachhauseweg bin ich dann im Bus 119 eingeschlafen und an der Endhaltestelle aufgewacht. Zu Hause angekommen habe ich kurz die Ereignisse überblicksartig eingetragen und nach dem Bettbeziehen rief das Bett.

Sonntag, 30. Dezember 2007

Samstag, 29. Dezember 2008 – Ein Arbeitstag, der nicht enden wollte

Heute Morgen bin ich gegen 7 Uhr aufgestanden und habe als erstes die Bettwäsche gewaschen, falls Kerstin und Matthias sich dazu entschließen sollten, doch bei mir zu übernachten. Dann bin ich über den Markt und habe mir dort kurz mein Frühstück geholt und weiter ging es zur Bahn. Mein Gefühl sagte mir nämlich, dass meine Frühstückmacher heute nicht da sind und in Xi'ErQi angekommen waren sie tatsächlich nicht da. Auf der Arbeit habe ich erst einmal E-Mails geschrieben und meinen Blog im Netz vervollständigt. Die Texte dafür waren ja schon fertig. Dann habe ich die Fehler vom letzten Mal in unseren lokalen Fehlermanager hochgeladen und gegen Mittag bin ich dann mit An in ihrem besagten Restaurant Nudeln essen gewesen, die wirklich ausgesprochen lecker waren. Dann ging der Tag mit der Überprüfung neuer Testfälle ziemlich schnell rum und gegen Abend wollte ich eigentlich früher gehen, aber ich habe es doch nicht gemacht. Heidi blieb genauso wie ich länger und wir haben noch das Overtime-Dinner genossen. Dann habe ich an dem Abend noch die Testreihe beendet und bin gegen 22 Uhr nach Hause gefahren. Ich hatte An noch gefragt, ob Sie nicht mit nach Sanlitun kommen möchte und sie hatte tatsächlich Lust. Sie nahm die vorletzte Bahn und ich die letzte, nachdem ich nur knapp 40-50 min für den Weg von der Bahn wieder zur Bahn hatte. Sofia und Shirley hatten sich ja beide nicht gemeldet, so war ich über An als Begleitung sehr zufrieden.
Als ich An dann Sanlitun zeigte und wir uns im Anschluss auf zur Kai Bar gemacht haben, traf ich dort Nathan, mit dem es auch mal wieder ganz nett war sich zu unterhalten. Außerdem war auch ein anderer Belgier mit ihm unterwegs, mit dem sich An dann fast den ganzen Abend unterhalten hatte. Ich habe dann auf der Tanzfläche noch Almira aus England getroffen, die ich das letzte Mal auf der Abschiedsfeier von Eugen gesehen habe, wo es ihr aber nicht so gut ging. Nach einigen Tanzrunden und einem kurzen Nickerchen oben auf einem der gemütlichen Sofas, ich war wirklich kaputt und müde, ging es wieder unten auf die Tanzfläche. Gegen 4 Uhr sind An und ich dann noch ein wenig umhergezogen, um noch andere Bars zu erkunden, doch leider war in den anderen Bars meist noch weniger los. Also sind wir dann bei einem warmen Kakao und einem Orangensaft oben in der Nanjie Bar hängen geblieben. Gegen 5 Uhr sind wir dann mit dem Bus zur Bahn gefahren und ich habe mich auch in die 2 aber Richtung XiZhiMen gesetzt, weil An da aussteigen musste. Für mich war das natürlich ein Umweg, da ich ja zum Beijinger Hauptbahnhof musste, aber da ich noch Zeit hatte, bis Kerstin und Matthias ankamen, machte mir das natürlich nichts aus.

Samstag, 29. Dezember 2007

Freitag, 28. Dezember 2008 – Der zweite Schnee

Heute Morgen habe ich wieder verschlafen (9 Uhr), bestätigte der Blick aus dem Fenster meine Vermutung. Es hatte geschneit, jedoch leider ist nicht so viel wie beim ersten Schneetag gefallen. Auf dem Weg zur Bahn, da ich spät dran war, habe ich eine SMS an Heidi geschrieben, dass ich später komme und am Markt habe ich mir kurz ein Ersatzfrühstück geholt, da meine Frühstückmacher sicherlich schon weg sind, wenn ich da ankomme. Dann schnell weiter zur Bahn, habe ich überraschenderweise Ben getroffen, der auch viel zu spät dran war. Nachdem wir uns dann ein wenig ausgetauscht hatten, was wir so die letzten Tage gemacht haben. Die Bahn empfand er dieses Mal als recht angenehm, da diese nicht so überfüllt ist, wie wenn er morgens um 8 Uhr mit der Bahn fährt. Als sich unsere Wege in Xi'ErQi trennten, sah ich noch meine Frühstückmacher ihren Stand abbauen. Deshalb bin ich dann mal einen anderen Weg gegangen. Außerdem habe ich mal ein Paar Bilder von der Umgebung mit dem wenigen Schnee gemacht.

Auf der Arbeit angekommen habe ich erstmal meinen PC hochgefahren, bevor ich dann zu dem total unnützen Meeting zu spät kam. Man hatte mich dann nur gefragt, wie lange ich schätze, dass wir noch brauchen, bis wir mit der Kontrolle fertig sind und ob ich mit 10 weiteren Arbeitstagen zufrieden wäre. Ich habe optimistisch “Ja” gesagt und meinte, ich könne ein genaueres Statement am Samstagabend abgeben. Dann ging es weiter mit der Bearbeitung der Testfälle, wobei mir dann wieder aufgefallen ist, dass diverse Schritte im Ablauf der Taskplanung nicht doppelt sind und ich diese somit doch nochmal überprüfen muss. Außerdem muss ich das auch noch für die Serverumgebung machen, was natürlich wieder Mehrarbeit bedeutet. Dann sollte natürlich auch noch der benutzerspezifische Assistent überprüft werden, in dem ich auch noch so einige Fehler gefunden hatte. Nachdem ich damit fertig war und die Bugs ins Netz gestellt worden sind, konnte ich endlich mit meinen Testfällen weitermachen.
Da Kris sich nicht sicher war, ob wir uns heute Abend treffen, da er kurzfristig von seinem Chef eingebunden wurde, habe ich beschlossen heute wieder länger zu bleiben. Dann habe ich noch kurz mit Kelly gechattet und ihr bei einer Arbeit geholfen, da sie Bars in Shanghai raussuchen musste. Ich wusste da zufällig ein passende Seite. Gegen Abend habe ich dann mit Milly und Katherine, die ich erst heute kennengelernt habe, das Overtime-Dinner genossen. Das war richtig schön Gesellschaft zu haben. Dann habe ich weiter an meinen Testfällen gearbeitet und bin damit fast durchgekommen. Jetzt muss ich morgen nur noch 4 Fehler vorbereiten und dann alle heute gefundenen Fehler morgen hochladen. Dann bin ich auch mit allem vom Team 2 fertig, Juhu.
Dann bin ich zur Bahn gejoggt, da ich einfach mal etwas Bewegung brauchte und schon lange nicht mehr längere Strecken gelaufen bin. Das hat richtig gut getan. In der Bahn habe ich dann eine SMS von Ben erhalten, der eine/n Freund/in hat, die auch gerne Deutsch lernen möchte. Also Mandarin gegen Deutsch. Wenn ich jetzt noch die Nummer von dem Deutschen hätte, würde ich die an den weitergeben. Mal gucken, ob ich den nochmal sehe oder er sich meldet. Wir werden sehen.
Nach einem weiteren Krafttraining bin ich dann ins Bett gegangen.

Donnerstag, 27. Dezember 2008 – Michael als Ersatz in der Einarbeitungsphase

Als ich dann am Morgen auf der Arbeit ankam, saß dort Michael am Arbeitsplatz von Greg. Er war schon seit einer Stunde dabei sich die wichtigen Dokumente durchzulesen und er wurde am Heiligabend kurzfristig informiert, dass er in den nächsten Tagen zum Arbeiten kommen solle. Er selber machte von Anfang an einen besseren Eindruck und alles unkomplizierter als Greg. Den Tag verbrachte ich hauptsächlich damit, dass ich Michaels Fragen beantwortete und ihn einarbeitete. Nebenbei trug ich noch meine Bugs nach, die ich am Vortag gefunden hatte. Gegen Mittag bin ich dann mit Michael essen gegangen und da An nicht da war, sind Michael und ich alleine gegangen, was auch richtig nett war. Wir haben uns super unterhalten. Dann hatte Arnaud angefragt, wer alles zum Judo kommt und da ich wohl der Einzige zu sein schien, hat er das Judo dann abgesagt. Im Anschluss klärte ich, wer alles an der Englischstunde heute Abend teilnehmen wird und da außer Echo niemand sonst dabei war, sagte ich diese einfach ab. Dann sagte mir Shirley zu unserem Treffen gegen Abend ab und ich hatte somit die Möglichkeit wieder länger auf der Firma zu bleiben.
Da ich nun wissen wollte, was mich Michael ist, habe ich ein kurzes Gespräch mit Allen und Heidi geführt, in dem wir beschlossen hatten, Michael anstelle von Greg zu behalten, da er einfach den besseren Eindruck macht, selbstständiger arbeitet und ich nicht alle Arbeit doppelt machen muss. So wird Michael dann morgen seinen Vertrag unterschreiben. Außerdem habe ihm dann noch nebenbei erzählt, was hier eigentlich wirklich vorgefallen ist, da ich wusste, dass er sich so etwas sicher schon gedacht hatte. Schließlich ist er nicht auf den Kopf gefallen. Dann werde ich ihn wohl morgen wiedersehen. Obwohl ich vergessen hatte ein Overtime-Dinner zu bestellen, habe ich trotzdem einen Zettel bekommen. Nach dem Essen bin ich dann noch bis 22.30 Uhr auf der Firma gewesen und habe die restlichen Bugs endlich mal eingetragen. Auf dem Weg nach Hause trafen mich ein paar kleine Schneeflocken im Gesicht. Ich hatte so etwas schon im Gefühl gehabt, dass es bald schneien wird. Zu Hause habe ich dann noch ein ausführliches Krafttraining genossen, die Wäsche abgehangen und wegsortiert. Außerdem habe ich einen Zettel an meiner Tür vorgefunden, dass meine Aufenthaltsberechtigung bei der Polizei (Polizeiregistrierung) bald ausgelaufen ist (gemeint ist, auslaufen wird), so dass ich meinen Agenten ziemlich bald kontaktieren muss. Das werde ich dann morgen von der Firma aus machen.

Mittwoch, 26. Dezember 2008 – Abendessen bei Shirley mit ihren Freunden

Heute ging es mir dann schon wieder etwas besser. Ich hatte bis 8 Uhr geschlafen und nachdem der Wecker aus war nochmal eine weitere Stunde. Auf der Arbeit habe ich mich dann erstmal an die Testfälle begeben und Greg war nicht da, da er nicht angefordert worden war. Mir schrieb er dann, dass er jetzt erstmal bis zum 02.01.2008 nicht mehr kommt, da er gerade am Flughafen ist und in den Urlaub fliegt. Auf der Arbeit hatte ich mir dann schon so etwas gedacht, das die Kollegen mit der Arbeit von Greg nicht zufrieden waren und wie sich später herausstellte sollte, wird für Donnerstag und Freitag dann Michael zum Testen kommen, ob er seine Sache besser als Greg macht. Irgendwie hatte ich das bei der Entwicklung schon so im Gefühl gehabt. Das Mittagessen habe ich dann dieses Mal wieder mit An zu mir genommen und mir ist es immer eine große Freude im Moment nicht mehr alleine Essen zu müssen. Man kann sich da so wunderbar austauschen und die Zeit vergeht einfach wie im Fluge. Einfach genial.
Heute habe ich dann immerhin komplette 19 Testfälle durchbekommen, wobei mir erst gegen Ende aufgefallen ist, dass ich dabei die Arbeit der anderen mitgemacht habe, da meine Testfälle deren Testfälle umfassten. So habe ich eigentlich im Prinzip viel zu viel gemacht, aber gut, Kontrolle muss sein. Außerdem habe ich die Überprüfung gründlicher durchgeführt, als es die Testfälle forderten. Leider blieb dann keine Zeit mehr diese zu protokollieren. Das wird dann morgen gemacht. Gegen 17 Uhr bin ich dann wieder zum Unterricht rübergegangen, wo ich dann bis 18.30 Uhr ohne einen Teilnehmer gesessen hatte. So habe ich die Zeit zum Lesen der deutschen Geschichte genutzt und überprüft, ob die Texte für die nächsten Unterrichtseinheiten etwas taugen oder nicht. Da eben niemand gekommen war, machte ich mich dann um 18.45 Uhr zu Shirley zum Essen auf, wo ich gegen ca. 20.15 Uhr ankam.
Dort habe ich ein Paar kennengelernt, das ein wenig Englisch sprach.
Das Essen war super lecker gewesen und natürlich ist nichts übrig geblieben, schließlich wollen wir ja nichts verschwenden. Wir haben uns gut unterhalten und ich habe erfahren, dass er Polizist ist. Wir haben uns dann ein wenig auf Englisch über Verteidigung unterhalten und ab und zu habe ich auch mal etwas von den chinesischen Unterhaltungen übersetzt bekommen.
Dann hatte ich allen das Video von Petras und meinem R'n'R-Auftritt gezeigt, da sie wissen wollten, was R'n'R ist. Gegen 22 Uhr sind wir dann noch nach Sanlitun gefahren, wobei das nach Beijinger Akzent “Sanlitur” mit “r” am Ende ausgesprochen wird. Das musste ich hart im Taxi lernen. In Sanlitun haben wir dann in der Kai Bar ein wenig getanzt und ein paar günstige Drinks gehabt und gegen 2 Uhr ging es dann wieder zurück nach Hause. Bei Shirley angekommen, hatte sich das Paar für die Nacht verabschiedet und ich habe die Gelegenheit genutzt einmal das Internet zu testen. Ich hatte meine Eltern angerufen und das mit großem Erfolg. Die Verbindung war sehr gut gewesen und meine Eltern haben sich über den Anruf gefreut. Und ich erst, dass es geklappt hat. Dann habe ich nochmal bei Shirley übernachtet, da es mir mittlerweile zu spät war, noch ein Taxi nach Hause zu nehmen und die Verbindung zur Arbeit von ihr aus mindestens genauso gut ist.

Dienstag, 25. Dezember 2008 – Doppelte Unterrichtseinheit

Heute bin ich irgendwie total müde, ich habe nicht wirklich gut geschlafen. Meine Kollegen haben mich auch schon darauf angesprochen, ob ich müde wäre. Muss wohl an den geschwollenen Augen liegen. Nun ja, da muss dann heute wohl durch. Auf der Arbeit habe ich mich als erstes einmal um meine E-Mails gekümmert und im Anschluss habe ich mal die Unterlagen für meine Weihnachtsunterrichtsstunde im Internet besorgt. Das hatte dann doch länger gedauert als ich dachte, da ich nach dem Essen mit Greg sogar noch bis 14 Uhr daran gesessen hatte. Als ich damit dann fertig war, habe ich mich an weitere Testfälle gemacht, jedoch habe ich davon nur 4 geschafft. Da immer wieder Anfragen von Greg und Heidi kamen und wir wohl immer noch keinen eindeutigen Standard haben. Aber mittlerweile ist mir das egal, dann schaffe ich eben weniger. Was soll's.
Leider habe ich es nicht geschafft mir die Unterlagen durchzulesen, deswegen war der Unterricht heute nicht sonderlich gut. Aber da nur Echo und Asia an dem Unterricht teilnahmen, der erst um 18 Uhr begonnen hatte, hatte ich ja immerhin eine halbe Stunde gehabt, um mir ein paar Informationen über das Weihnachtsfest anzulesen. Dann habe ich im Prinzip alles nochmal erzählt, was ich schon gestern der anderen Gruppe erzählt hatte und da Echo dann früher gehen musste, habe ich dann etwas früher frei gehabt. Nun ging es im Sauseschritt zum Treffen mit Anika, da wir heute eine doppelte Unterrichtsstunde halten wollten, damit der Unterricht für diese Wochen nicht ausfällt.
Sie hat mir sogar Kekse als Geschenk mitgebracht und ich hatte eine kleine Tafel Schokolade für sie mit, zum Glück, sonst hätte ich mit leeren Händen dagestanden. Dann haben wir im Prinzip die komplette Tabelle mit den Vokalen im Chinesischen durch nehmen können und im Anschluss haben wir für sie die Monate und noch einige andere gängige Unterhaltens-Phrasen im Deutschen besprochen. Sie wird von Mal zu Mal besser. Einfach unglaublich. Sie hat jedoch das Gefühl, dass sie mich meistens nervt, wenn sie es nicht auf Anhieb kann, so wie ich auch das Gefühl im Chinesischen habe. Aber wir haben gemeinsam beschlossen, dass das Quatsch ist. Dann gegen 23 Uhr zu Hause, hatte ich überlegt, ob ich überhaupt noch ein Krafttraining mache, da ich aber noch Waschen musste, habe ich es trotz meiner Müdigkeit gemacht. Gegen Mitternacht war ich dann auch endlich im Bett.
Hier möchte ich euch mal zwei Bilder des kleinen Zimmers zeigen, in dem das ältere Ehepaar gelebt hatte. Ich habe keine Ahnung, wie die das gemacht haben, aber ich hätte da keinen Spaß dran gehabt:

Montag, 24. Dezember 2008 – Ein unheimlich anstrengender Arbeitstag

Nachdem ich heute gegen 10 Uhr auf der Arbeit angekommen bin, hätte ich nie gedacht, was der Tag so mit sich bringt. Jedenfalls habe ich im Morgen erstmal mit Heidi und Greg einen Arbeitsstandard besprochen, mit dem wir alle nun arbeiten können. Nachdem das geklärt war, hatte Greg unheimliche Probleme mit seinem Rechner, weil der einfach neustartete. Ich hatte in der Zwischenzeit versucht einmal die schon eingetragenen Bugs zu kontrollieren. Das war gar nicht so einfach, da ich bei einigen Bugs überhaupt nicht zustimmen konnte, da ich denke, dass das Deutsch von Greg an der Stelle einfach falsch ist. Somit bedeutet das Mehrarbeit für mich. Dann haben Greg und ich uns ein Mittagessen gegönnt, während an seinem Rechner noch gearbeitet wurde, um das Problem zu lösen.
Nach dem Mittagessen habe ich dann versucht weiter an den Testfällen zu arbeiten. Ich habe heute ganze zehn Stück geschafft. Zwischendurch wurde ich dann von Heidi wegen einiger Fehler gefragt, ob es wirklich Fehler sind, nur so als doppelte Kontrolle, ob sie auch wirklich richtig liegt. Greg fragte mich auch immer, was wir nun kontrollieren und was nicht. Eigentlich wäre da meiner Meinung nach Allen für zuständig. Gegen 15 Uhr wurde hinter mir ziemlich getuschelt und Greg meinte nur, dass man wohl eine hohe Meinung von mir hat und es für mich wieder Mehrarbeit bedeutet. Tatsächlich, nachdem ich einige Male meinen Namen gehört hatte, kam dann Heidi mit dem Auftrag zu mir, dass ich doch mal bitte eben die Übersetzung für VAIO überprüfen soll, die von einer Übersetzerin erstellt und von Greg am Sonntag kontrolliert worden war. Greg hatte noch einige Rechtschreibfehler drin und die Übersetzerin war auch nicht einwandfrei. Natürlich sollte das alles in 50 Minuten geschehen, in denen Greg auch wieder einige Male kam, da sein ESX-Server nicht mehr funktionierte und er somit nicht mehr arbeiten konnte. Nach einer Stunde hatte ich dann die Datei soweit fertig und ich konnte mich nun Amanda und Ping Ping widmen, die während meiner Arbeit mit der Datei auch noch mit einer Frage zu mir kamen. Diese wollten, wie Heidi mich auch schon vorher gefragt hatte, einen Übersetzer für ca. 50 Zeilen von Englisch ins Italienisch haben. Ich sagte, dass ich nicht wirklich einen Italiener kenne, aber ich mal Jorge fragen kann, der ja neben seinem Spanisch und Englisch auch noch Italienisch spricht. Dieser meinte, er würde es machen und so gab ich Amanda seine Nummer weiter.
Völlig gestresst, hatte ich nebenbei auch noch das Abendessen geplant und Shirley, An und ich waren nun die Einzigen, die zusammen essen gehen wollten. Dann ging es ins andere Gebäude, um dort den Englischunterricht durchzuführen. Leider konnte ich heute überhaupt nichts vorbereiten und so musste ich eben alles, was ich über Weihnachten wusste, so aus dem Hut zaubern. Das Lied Jingle Bells konnte ich leider auch nicht so auf Anhieb finden, so dass ich da mal mit leeren Händen dastand. Im Unterrichtsraum war die Leinwand für den Diaprojektor unten und die Fernbedienung war nicht aufzufinden. So musste ich mich mit der kleinen Tafel begnügen. Heute nahm nur Asia von der Stammgruppe an der Sitzung teil, doch glücklicherweise sind dann aus einer anderen Gruppe noch 4 weitere Leute hinzugestoßen, so dass wir dann wieder zu fünft waren. Von zwei Leuten war das Englisch nicht so wirklich gut gewesen im Gegensatz zu den anderen drei Leuten. So haben ich dann über das Weihnachtsfest gesprochen und mir nachher noch einiges über das Frühlingsfest erzählen lassen, da die Stunde noch nicht rum war.
Kurz die Sachen gepackt ging es zum Treffpunkt. Dort waren An und Shirley schon da, während ich noch in der Bahn unterwegs war. Auf dem Weg zum bekannten scharfen Restaurant rief ich Rachel an, um mir erklären zu lassen, wo wir Pekingente essen können. Dann sind wir zu dem von ihr beschriebenen Restaurant, das aber nicht mehr existierte. Also sind Shirley, An und ich weiter zum dritten Ring gegangen, um dort in einem anderen Restaurant zu speisen. Leider war uns das andere zu rauchig, so dass wir ins Nachbarrestaurant gegangen sind. Dort gab es zwar keine Pekingente, dafür aber ein leckeres Menü mit fünf verschiedenen Gerichten. Nachdem wir so quasi alles aufgegessen hatten, haben wir noch ein paar Fotos gemacht. Natürlich hatten wir Spaß:

(vlnr: ich, Shirley (Beijinger) und An (Belgien))
Im Anschluss haben Shirley und ich An zur U-Bahn-Haltestelle gebracht und dann sind wir beide von da aus mit dem Bus zu mir nach Hause gefahren. Dort habe ich Shirley mein bescheidenes Reich gezeigt und sie dann, zum Taxi gebracht. Gegen 1 Uhr war ich dann auch im Bett.
Was natürlich nicht unerwähnt bleiben darf, ist mein Adventskalender, den ich von meinem deutschen Besuch mitgebracht bekommen habe.
Hier ist er noch ganz voll:
Hier ist er ganz leer:
Dieses Marzipanbrot versteckte sich im Tag 24:

Samstag, 22. Dezember 2008 – Englischnachhilfe im Restaurant

Nachdem ich dann so 5 Stunden geschlafen hatte, bin ich aufgestanden, um meiner Nachbarin das geliehene Geld zu geben, da sie gerade die Wohnung verlassen wollte. Nachdem ich dann nochmal für eine Weile hingelegt hatte, bin ich dann endgültig aufgestanden und zum Aikido-Seminar geradelt. Dort haben wir dann so einige Verteidigungstechniken gelernt, wobei die Halle einfach viel zu kalt war. Ich habe dann unter der Dusche gemerkt, wie sehr ich doch ausgekühlt war. Im Anschluss habe ich mich mit Shirley an der Deutschen Botschaft verabredet, da wir nach ZhongGuanCun wollten, um dort meine Kamera und ihr Verbindungskabel zum Laden des iPod zu kaufen. Sie war an der Deutschen Botschaft und ich an der Deutschen Botschaftsschule. So musste ich erstmal zur Botschaft kommen, die ein ganzes Stückchen weg war. Glücklicherweise hatte Andre, einer vom Karate, der auch an dem Seminar teilgenommen hatte, mit seinem Auto angehalten und konnte mich zur Botschaft mitnehmen, da es auf seinem Weg nach Dongzhimen lag. Wir haben uns dann ein wenig über meinen und seinen Aufenthaltsgrund hier in Beijing unterhalten und auch über die Sportarten. Er ist schon echt ein dufter Typ.
Von der Botschaft aus, sind wir dann zum dritten Ring gelaufen, um dort einen Bus bis ZhongGuanCun zu nehmen. Dort angekommen haben wir oben erstmal in einem Restaurant gegessen und uns anschließend zum Verkaufsgebäude mit dem Raum 1008 zu machen, wo Bill das letzte Mal ein Angebot über 2570 ¥ für die Kamera bekommen hatte. Leider hatten sie die Kamera heute nicht vorrätig, so dass ich höchstens am Sonntagabend die Kamera bekommen könnte. Da es mir nun auch nicht mehr auf einen Tag ankam, hatte Shirley den Preis noch auf 2500 ¥ drücken können und diese werde ich dann am Sonntag abholen gehen. Im Anschluss haben wir noch nach ihrem Ladekabel geguckt und sie hat sich auch noch eine Schutzhülle für ihren iPod geholt. Im Anschluss sind wir noch durch die Shoppingmeile bei CarreFour gebummelt und Shirley hat sich noch ein Oberteil gekauft, das richtig schick aussieht. Dann ging es mit dem Bus nach Sanlitun zurück, um dort in Axels Restaurant einer Kellnerin Englischunterricht zugeben. Aber vorher sind wir natürlich mit einem Bus, der ein Schnellbus war, noch bis GuoMao gefahren, um dort wieder zurückzufahren, da Shirley uns den falschen Bus ausgeguckt hatte. Dafür hatte der Sprint zum anderen Bus dann doch recht gut getan, da wir einmal komplett auf die andere Seite der Fahrbahn mussten und das ist hier in China nicht immer so einfach.
Bei Axel im Restaurant angekommen hat Shirley einer bestimmten wichtigen Kellnerin Nachhilfe gegeben, während ich anderen weniger wichtigen Damen eine Anleitung zum Kellnern und Nachhilfe in Englisch gegeben habe, da ich gerade nichts zu tun hatte. Dann kam die Generalprobe mit mir als Testperson und im Anschluss konnten Shirley und ich im Restaurant frei essen. Das Essen war OK. Man lernt jedoch immer wieder neue Leute kennen. Unter anderem einen Engländer, der mich als Deutschen eingeschätzt hatte und ich ihn als Engländer. :) Da Shirley und ich nicht in Partylaune waren, ging wir noch zu ihr, um uns dort eine DVD anzugucken. Nachdem der Film dann gegen 1 Uhr zu Ende war, habe ich bei ihr übernachtet, da ich am nächsten Morgen ja wieder zum Aikido-Seminar wollte und das war schließlich direkt bei ihr um die Ecke.

Sonntag, 23. Dezember 2008 – Katana-Kata und stolzer Kamerabesitzer

Gegen 9 Uhr bin ich dann aus dem Haus gegangen und ich war pünktlich beim Aikido-Seminar, wo man mir für den Morgen auch schon ein Holz-Katana (Holzschwert) besorgt hatte, da wir die ersten zwei Stunden mit dem Schwert arbeiteten. Da ich keine Knieschoner oder ähnliches wie die anderen hatte, musste ich mir dann bei den diversen Übungen eben mal auf die Zähne beißen. Das war teilweise schon recht unangenehm, wenn man auf dem Parkettboden länger kniet. Trotz eines Holzschwertes muss ich sagen, ist es überhaupt nicht so einfach gewesen die 3 Schwert-Katas durchzuführen. Da alles auf Russisch gewesen war, habe ich meinen persönlichen Übersetzer gehabt. Heute war ich jedenfalls der Einzige aus der Judogruppe, der am Seminar teilnahm. Einer der Russen hatte sich an seinem scharfen Schwert geschnitten und ist umgekippt, nachdem er das Blut an seinem Finger gesehen hatte. Er konnte kein Blut sehen. Ich überlege mir nun auch ein scharfes Schwert für zu Hause zu kaufen, da es nur 40 € kostet. Aber das muss ich mir eben nochmal überlegen.
Nachdem ich für eine kurze Nudelmahlzeit wieder um die Ecke vom Hardrock-Café gewesen bin, war die zweite Unterrichtseinheit in der eisig kalten großen Halle. Dort habe ich mir sprichwörtlich den Hintern abgefroren. Da wir ziemlich viel rumgestanden haben und nur zuguckten. Ich war froh, wenn ich länger auf der gleichen Stelle stehen konnte, da die schon angewärmt war. Als die Einheit zu Ende war und ich unter die schöne warme Dusche konnte, war ich richtig froh, da ich mich endlich wieder auftauen konnte. :)
Meine Judosachen habe ich wieder in der Halle gelassen, damit ich sie am Donnerstag nicht mit zur Arbeit bringen muss, da kommenden Montag das Judo aufgrund von Heiligabend ausfällt. Haben wir hier in China irgendwie vergessen. Dann bin ich mit meinem Fahrrad nach Hause gefahren, um dort nach einer kurzen Pause meine Kamera in ZhongGuanCun abzuholen. Dort die Kamera mit allem Zubehör abgeholt, bin ich nun stolzer Besitzer eine neuen Kamera. Irgendwie mochte ich meine alte Kamera schon lieber, da sie schneller war, aber nun gut, so habe ich eben nun das neuere Modell. Dann noch eben bei CarreFour ein paar Sachen, wie Haargel und Pepsi eingekauft, ging es auch wieder nach Hause. Da meine Mobilekarte leer war, musste ich dann auch direkt wieder los, um diese auch noch aufzuladen. Da habe ich natürlich meinen Laptop mitgenommen, um mich im Anschluss ins Internetcafé zu setzen. Shirley hatte des Öfteren versucht mich an diesem Tag anzurufen, doch da meine Karte leer war, konnte sie mich weder erreichen noch mir eine SMS schicken. So ganz habe ich das System des Mobilefunknetzes noch nicht verstanden. Im Café habe ich mir dann eine Cola bestellt und ein paar E-Mails beantwortet und den Blog ein wenig aktualisiert. Gleichzeitig habe ich die Internetverbindung mit Christoph getestet, indem ich einfach mal mit ihm geskypet hatte. Aber die Verbindung war nicht so prickelnd. So haben wir es dann nach 10 Minuten aufgegeben. Ich werde das nochmal von meinem Arbeitsplatz aus probieren oder mal mein Nachbarin um eine kurze Internetverbindung bitten. Gegen 23.30 Uhr ging es dann auch wieder nach Hause und dort habe ich mich nach einem ausführlichen Krafttraining und einer Wäsche ins Bett gelegt.

Dienstag, 25. Dezember 2007

Freitag, 21. Dezember 2007 – Testbeginn und funktionsfähige Geldkarte

Heute hatte ich mir den Wecker auf 8 Uhr gestellt, da ich so oder so länger auf der Arbeit bleiben wollte. Als ich dann die morgendlichen Geräusche meines Nachbarn hörte, dachte ich, dass der Wecker gleich klingeln müsse, aber es war erst 7 Uhr. Er war schon früher mit seiner Frau auf, da sie tatsächlich heute auszogen und die Sachen packten. Gegen 8 Uhr habe ich es dann aus dem Bett geschafft und nach ein paar Liegestützen und Situps habe ich mich dann auf den Weg zur Arbeit begeben. Kurz in den Supermarkt um 2 Milchtüten für das Wochenende zu holen musste ich auf einmal 1,20 ¥ pro Tüte zahlen. Da haben die doch glatt die Preise für die Milch angehoben. Hätte ich ja jetzt nicht gedacht. Also bin ich dann erstmal nur mit einer Tüte Milch zur Arbeit. Auf der Arbeit angekommen fand ich Greg wieder an seinem Arbeitsplatz vor. Das war natürlich schön, so konnte ich mich mal wieder mit ihm auf Deutsch unterhalten. Kurz nachdem ich ankam hatten wir dann ein Meeting bezüglich des bevorstehenden Testens, dass heute dann beginnen sollte. Das Meeting war ausnahmsweise sogar mal in Englisch und zu meiner Überraschung bin ich der Referent, der alle Testfälle am Ende überprüfen darf, um wirkliche Fehler aufzunehmen oder keine Fehler rauszuschmeißen. Tja, also das heißt natürlich noch mehr Arbeit für mich, wenn ich schon neben dem Englischunterricht, der auch noch vorbereitet werden muss, ich noch die Testfälle überprüfen muss und auch noch selber Testen muss. Nach dem Meeting haben dann Eric und ich die Plätze getauscht, damit die japanische und die deutsche Testgruppe jeweils zusammensitzen.
Nach dem Mittagessen habe ich dann angefangen mir die ersten Testfälle vorzunehmen. Greg hatte noch einige Fragen und ich muss sagen, dass Allen als Teamleiter nicht wirklich toll ist, da immer noch so viele Fragen offen sind, die immer dann erst ans Tageslicht kommen, wenn ich darauf hinweise und dann wird natürlich alles im letzten Moment geregelt. Ist auf jeden Fall nicht meine Vorgehensweise. Zwischenzeitlich bin ich dann mal oben bei Susan gewesen, um zu gucken, ob sie vom Visa-Amt schon wieder zurück ist, da das Problem mit meiner Bankkarte bis spätestens 17 Uhr geklärt sein musste. Gegen 16:15 Uhr habe ich sie dann oben getroffen. Natürlich hat sie mir wieder keine E-Mail geschrieben, aber ich hatte es eben eilig. Ich habe jetzt ein Visum bis zum 12.06.2008 und somit brauche ich mir wenigstens nicht noch ein Touristenvisum besorgen. :) Dann ging es im Sauseschritt zur Bank. Dort angekommen habe ich dann nach einer halben Stunde Warten Erfolg gehabt. Meine Karte funktionierte wieder. Als ich aber am Automaten Geld abheben wollte, funktionierte nur der Zugriff auf meinen Kontostand, Geld konnte ich leider nicht abheben, was leider in der Firma auch nicht anders war. Dort habe ich dann noch versucht An die Chinesisch-MP3's auf ihren iPod zu ziehen, doch da ich nicht ihre Playlisten hatte, wollte ich diese auch nicht von ihrem iPod löschen. Also haben wir das erstmal gelassen. Dann habe ich unten weiter an den Testcases gearbeitet und bis zum Overtime-Dinner auch die Testfälle des Team 4 mit 19 Testfällen abgeschlossen.
Da Heidi und Eric auch länger blieben, gingen wir dann gemeinsam zum Essen und protokollierten im Anschluss noch vernünftig die Fehler. Außerdem hatte ich mit Heidi noch ein Gespräch über Greg gehabt, da ich das Gefühl hatte, dass sie ihn nicht wirklich leiden kann. Sie war genervt von ihm, da er immer zu ihr wegen sämtlicher Probleme kommt und er nie seine E-Mails liest und er auch immer Selbstgespräche führt und sie dadurch ein wenig verwirrt ist. Ich habe ihr gesagt, dass ich mich mal am Montag mit Greg unterhalten werde, dass wenn Probleme sind, er erstmal zu mir kommen soll. Außerdem müssen wir ja noch die eine Art Subteamorganisation besprechen. Irgendwie habe ich das Gefühl gerade so eine Art Subgruppenleiter zu werden. Allen hat mich auch schon so oft um meine Meinung gefragt. Ist schön zu wissen, was man kann und was nicht. Gegen 22.30 Uhr habe ich dann das Büro verlassen und ich habe es gerade mal geschafft in 10 Minuten auf die wichtigsten E-Mails nach Deutschland zu antworten. Da war heute nichts mit mal eben etwas schreiben oder mal nach Unterlagen für den Englischunterricht suchen. Wie das dann am Montag aussieht, wo wir doch ein Arbeitssoll von 30 Testfällen pro Tag und Person haben, weiß ich auch noch nicht. Auf dem Weg nach Hause habe ich dann nochmal probiert eine SMS an Shirley wegen morgen zu schicken, da ich Eugen ja keine mehr schicken konnte, da er schon wieder zurück in Rumänien ist. Das hatte dann sogar geklappt. Also war meine Mobilekarte doch nicht leer. Wir haben uns jetzt für Morgen für ZhongGuanCun verabredet, nachdem ich das Aikido-Seminar beendet habe. In ShaoYaoJu angekommen habe ich dann erstmal Geld abgehoben und im WuMei noch ein paar Kleinigkeiten eingekauft. Zu Hause angekommen schlief meine Nachbarin leider schon, dann bekommt sie das Geld eben morgen. Das von dem Ehepaar bewohnte Zimmer ist echt superklein. Sobald ich morgen meine Kamera habe, werde ich mal ein paar Bilder davon machen. Ich finde es sehr ungemütlich und bin da mit meinem Raum sehr zufrieden. Nach einem ausführlichen Krafttraining und dem Nacharbeiten an meinem Tagebuch, habe ich mich dann gegen 3 Uhr auch ins Bett gelegt, nachdem ich Sofia noch auf eine SMS geantwortet hatte, dass ich dieses Mal nicht in der Stadt bin.

Donnerstag, 20. Dezember 2007 – Ein super Judotraining

Heute Morgen bin ich wieder durch die Geräusche des Nachbarn aufgewacht. Ich kann mich nicht erinnern meinen Wecker, der auf 7 Uhr stand ausgemacht zu haben. Jedenfalls hat die länger Schlafzeit bis 8 Uhr gut getan. Kurz angezogen hatte ich dann aber auch einen Hunger. Ich konnte es nicht erwarten mein morgendliches Frühstück zu bekommen. Auf der Arbeit angekommen saß dann An an Gregs Arbeitsplatz. Sie bekam gerade eine Einführung in die Software, da noch nicht genau feststeht, was sie machen wird, denn Sarah ist im Moment in Amerika wegen einem bevorstehenden Börsenstart unterwegs. Mit An konnte ich mich dann ein wenig mehr unterhalten, als am Vorabend und ich muss sagen, es sie ist richtig nett. Da An Hunger hatte und es noch ein bisschen hin war bis zum Essen, habe ich ihr ein wenig Schokolade und Kekse gegeben. Gegen 12:15 Uhr sind wir dann gemeinsam zum Mittagessen gegangen und haben uns unterhalten. Die Stunde ging viel zu schnell rum. Immerhin habe ich endlich mal wieder richtig viel gegessen. Schließlich hatte ich Hunger. An hatte deshalb ein wenig warten müssen, aber das war wohl nicht ganz so schlimm gewesen. Nach dem Essen ging es dann weiter mit Arbeiten. Die Software sollte einen Vorabcheck erhalten, ohne Abarbeitung der Testcases. Irgendwie sind auch noch unheimlich viele Übersetzungs- und Funktionsfehler in der Software. Hätte ich nicht gedacht, dass sich das so extrem auswirkt. Da denke ich schon, das ein Haufen Arbeit auf uns zukommen wird. Diese Mal habe ich es wenigstens einmal geschafft ein paar der schon gesuchten Unterlagen auszudrucken.
Dies nahm ich dann gegen 17 Uhr mit ins andere Gebäude, wo mir dann aufgefallen ist, dass ich am letzten Dienstag gesagt hatte, dass wir die Stunde erst um 18 Uhr beginnen. Also hatte ich ein wenig mehr Zeit. Diese nutzte ich dann mit einem Nickerchen, wenn ich schon keine richtige Pause auf der Arbeit mache. Das hatte mal so richtig gut getan. Dann unten angekommen war nur Echo bereit an der Stunde teilzunehmen. George und Bill waren beim Kunden und für Johnson traf dies nach einer SMS dann leider auch zu, so dass Echo und ich uns ein wenig über die gefundenen Unterlagen unterhalten haben und dann die Stunde geschmissen hatten. Sie war nämlich auch ein wenig müde. Wieder oben habe ich mich nochmal ein wenig ausgeruht, bevor ich dann meine Sachen fürs Judo zusammenpackte.
Beim Judo angekommen war ich wieder früher als Arnaud da und dieses Mal konnte ich mich verständlich machen, da ich nun Judo auch auf Chinesisch sagen konnte. :) So wurde ich dann ohne Probleme reingelassen. Die Judohalle war wieder richtig kalt. Da unser Sensei Fred noch nicht da war, hatte jemand anderes das Aufwärmtraining übernommen, welches richtig gut war. Als dann unser Sensei zu uns stieß, habe ich mit Arnaud zusammen trainiert und ich fand das unheimlich klasse. Er meinte, ich können gut Fallen und es wäre ein Genuss mit mir zu trainieren und ich konnte mich auch nicht beschweren, da ich endlich mal richtig warm geworden bin. Das Training war ein richtiger Erfolg für mich, da ich endlich mal seit langem wieder richtig gepowert hatte. Der kurze Schlaf vorher und der kleine Abendsnack von der Straße haben auch ihren Beitrag dazu geleistet. :) Jetzt musste ich nur noch mit meinem Fahrrad wieder zurückfahren. Das war mal wieder richtig anstrengend, aber ich hatte ja Zeit. Zu Hause angekommen wurde ich dann durch einen erneuten Zettel an meiner Tür überrascht, der von meiner Nachbarin Angel geschrieben war und nur sagte, “Entschuldige, dass ich dich darauf hinweise, aber unsere Nachbarin wird ausziehen und du schuldest ihr noch 25 ¥”. Das konnte ich natürlich nicht wissen, dass es so dringend ist und da ich natürlich überhaupt kein Geld hatte, habe ich versucht das zu erklären. Meine direkt Zimmernachbarin war so nett, mir das vorzustrecken und so hatte ich erstmal noch einen Tag mehr Zeit. Dann habe ich mir nur noch etwas gegessen und mich ins Bett gelegt, da das Judotraining heute mehr als ausreichend gewesen war.

Mittwoch, 19. Dezember 2007 – Eine superlange E-Mail von meiner Schwester

Heute Morgen habe ich dann erstmal die Wäsche gehangen und im Anschluss mir meine letzte Milch getrunken. Kurz bevor ich das Haus verließ habe ich dann noch eine weitere Wäsche angeschmissen, da die Nachbarn das ja auch immer machen und die Wäsche dann 1-2 Tage in der Maschine lassen. Dann ging es auf die Arbeit und da in der Bahn genügend Platz war, habe ich da mein Tagebuch weitergeschrieben. Auf der Arbeit angekommen habe ich erstmal die Unterlagen von Eric überprüft und im Anschluss meine Testfälle hinzugefügt, damit wir nur noch eine Datei haben. Wir haben somit die Testfälle der Michigan-Gruppe deutlich ausführlicher gestaltet und von 87 auf 6 reduziert. Greg war heute nicht da, da für ihn noch kein Plan feststeht, wann er kommen soll. Heidi hatte mir noch die 10 ¥ von dem Gutschein gegeben, so dass ich jetzt 10 ¥ mehr im Portemonnaie habe. Außerdem ist zu erwähnen, dass mir meine Schwester eine unheimlich lange E-Mail geschrieben hat, über die ich mich sehr gefreut habe. Ich hoffe, dass ich ihr möglichst bald zurückschreiben kann. Das hat meine Laune direkt mal um einige Stufen angehoben. Gegen Mittag habe ich dann etwas gegessen, jedoch war das Essen heute so ohne Fleisch schon sehr mager. Da hatte ich schonmal eine bessere Auswahl gehabt. Nach dem Essen bin ich dann nach oben gegangen, da ich von Susan immer noch keine Antwort auf meine Frage erhalten hatte. Diese teilte mir mit, dass sie so im Stress ist, dass sie einfach noch keine Zeit gehabt hat. Aber am Freitagnachmittag werde ich dann wohl meinen Reisepass wiederbekommen, so dass ich hoffentlich an dem gleichen Tag meine Bankkarte wieder entsperren kann.
Dann habe ich neben dem Aufsetzen der Systeme, da wir morgen mit dem Testen definitiv beginnen werden, noch mit Carl und Vivek gechattet. Diese haben jedoch auch keine Ahnung, was nun mit dem Skifahren-Event am Sonntag ist. Wenn ich nichts hören sollte, werde ich eben das komplette Wochenende das Aikido Seminar besuchen gehen. Kann mir nicht schaden. Dann ging es gegen 17 Uhr wieder zum Englischunterricht und leider habe ich es wieder nicht geschafft irgendetwas vorzubereiten. Dort angekommen wartete ich bis Asia kam, der mir wieder ein wenig Chinesisch-Unterricht gab. Nachdem wir über das Alphabet und die Zeit gesprochen hatten, stieß Stone zu uns. Wir haben uns dann an den Tisch gesetzt und Mau Mau gespielt. Nachdem ich die ersten drei Spiele immer gewonnen hatte, haben wir die Plätze getauscht und in dem Moment kamen noch Xixi und Mr. Chen. Dann haben wir das Spiel nochmal mit vereinfachten Regeln begonnen und in der zweiten Runde die Regeln wieder erweitert. Nachdem ich beide Runden immer verloren hatte, gab es dann noch eine schnelle dritte Runde in der ich mal nicht als Verlierer rausging. Nebenbei haben wir dann ein wenig über das anstehende Wochenende gequatscht und alle hatten sichtlich Spaß.
Nach abgeschlossenem Unterricht ging es zum Essen ins HuiXia Gebäude (Hauptgebäude), wo Amy und Rachel fragten, warum ich so spät käme. Der Grund mit dem Unterricht war einleuchtend. Leider war das Abendessen wieder ohne jegliches Fleisch, wo ich doch gerade meine Muskeln aufbauen möchte. Nach dem Essen habe ich dann noch meine Systeme zu Ende aufgesetzt und bin dann rechtzeitig losgegangen, um die Bahn nach Hause zu nehmen. Heute wollte ich ja nicht zu spät zum Treffen mit Annika kommen. Pünktlich in der Uni war meine Pedale schon wieder lose. Also kurz die Mutter nachgezogen ging es ins Café, wo kurze Zeit später auch Annika ankam. Nach einem kurzen Smalltalk haben wir dann weiter an der Aussprache gearbeitet, wobei ich wieder ein paar neue Begriffe gelernt habe und ich mittlerweile weiß, wie man die Zahlen 0-10 schreibt. Nachdem die Zeit für mich wie im Fluge verging, haben wir für Annika einmal die Verabschiedung am Flughafen geübt: “Ich wünsche dir eine gute Heimreise.”, da sie am Freitag einen guten Freund aus Deutschland verabschieden wird. Dann haben wir uns an ein paar einfachere Sätze der Begrüßung gemacht, noch ein paar Worte geübt und zum Schluss noch einmal den wichtigsten aller Sätze für Freitag wiederholt. Und schon ging es nach Hause. Dort angekommen habe ich noch mein Fitness-Soll erfüllt, auch wenn es heute spärlich war, aber irgendwie fühle ich mich total schlapp. Komischerweise lief jedoch die Waschmaschine und so habe ich feststellen müssen, dass die Nachbarn meine Wäsche schon rausgenommen hatten, um ihre Wäsche zu waschen. So werde ich das dann auch demnächst machen, wenn ich unbedingt waschen muss. Gut zu wissen. Noch eben das Tagebuch fertig geschrieben, werde ich dieses morgen kontrollieren, denn die Kontrolle hat sich als gut erwiesen. Sonst steht hier immer zu viel Unsinn. Bleibt noch zu erwähnen, dass ich heute mal wieder meine Haare gestylt hatte, da Echo mich darauf hingewiesen hat, dass ich das öfter machen sollte, da es gut aussieht. Da ich eigentlich immer eine Mütze trage, wollte ich das eigentlich nicht machen, aber so haben mich heute Yang Lu, Tony, Rachel und Amy auf meine gestylte Haarfrisur angesprochen und meinten, dass es viel besser aussieht. Tony meinte auch, dass ich dadurch erwachsener oder reifer wirke. Er fand es jedenfalls auch sehr gut. Bettzeit.

Dienstag, 18. Dezember 2007 – Ein toller Deutsch-/Chinesischaustausch

Heute bin ich eine halbe Stunde später auf der Arbeit gewesen und habe dort zum Glück Echo angetroffen, die mit mir dann gegen 13 Uhr zur Bank fahren wollte, um das Problem mit meiner Karte zu lösen. Dann ging es im Sauseschritt rüber an den anderen Arbeitsplatz. Dort habe ich dann erstmal die Michigan Testfälle weiter zusammengefasst und Greg mit seinen Problemen beim Installieren geholfen. Greg hatte unter anderem nach neuen Informationen zum noch nicht vorhanden Vertrag gefragt. Da die Antwort nicht wirklich befriedigend war, gingen wir beide erstmal zum Mittagessen. Dieses Mal musste ich dann etwas früher abhauen, da ich um 13 Uhr mit Echo verabredet war. Bei Echo angekommen ging es dann auch direkt zum Bus und dann zur Bank. Dort hatten wir leider keinen Erfolg. Die Firmen können nämlich mit der Kopie ein Konto eröffnen, da es eben Firmen sind und die mehrere Anträge auf einmal einreichen. Bei privaten Angelegenheiten muss jedoch das Original des Reisepasses vorliegen. Dann muss ich mich eben nochmal bei Susan erkundigen, wann ich meinen Reisepass wiederbekomme. Dafür habe ich dann bei der Bank wenigstens mal einige Tom und Jerry Folgen gesehen. Ist auch mal nett.
Zurück am anderen Arbeitsplatz schloss ich dann das Zusammenfassen der Testfälle ab. Greg war noch nicht wieder da, denn er hatte nach dem Mittagessen meine Karte bekommen, um das Problem mit seinem Vertrag oben mit den entsprechenden Personen zu regeln. Als erstes wurde ihm nämlich ein Stundengehalt versprochen und auf einmal wurde daraus ein Monatsgehalt gemacht. Damit war er natürlich nicht einverstanden. Gegen 16 Uhr hat er uns dann wieder verlassen, da seine Aufgaben soweit erledigt waren und er nun doch ein Stundengehalt bekommen wird. Jedoch steht noch nicht fest, wann genau er eingesetzt werden wird. Nachdem ich dann das Overtime-Dinner bestellt hatte, ging es zum Englischunterricht.
Da der Meeting-Raum besetzt war und die Gruppe auch wieder einmal später kam, nämlich erst gegen 18 Uhr, haben wir den Unterricht dieses Mal in den 5. Stock verlegt. Dort haben dann Asia, Echo, WenXP, Bill und sogar Johnson, der jetzt schon lange nicht mehr dagewesen war, teilgenommen. So konnte ich endlich einmal die noch ausstehende Unterrichtseinheit mit den phonetischen Vokalen und Konsonanten abschließen. Vorher hatte ich aber noch von Georg (WenXP) eine Einführung in die Schreibweise der Chinesen bekommen. Das war hoch interessant und die anderen, die dann nachkamen schienen auch Interesse zu haben, mir etwas beizubringen. :) Ich finde das total lieb von denen. Für die Woche danach hatte ich dann vorgeschlagen, dass ich mal etwas über Weihnachten in Deutschland und das Fest allgemein erzähle. Dazu muss ich dann erstmal ein wenig mehr Zeit finden, damit ich diese Stunden auch vorbereiten kann. Wenn ich im Testcenter sitze, mache ich so gut wie nichts für den Unterricht. Außerdem ist im Unterrichtsgebäude der Drucker nicht mehr vorhanden, so dass ich eben keine Unterrichtseinheiten mehr vorbereiten kann. Dann ging es joggend zurück zum anderen Gebäude, um das Abendessen einzunehmen. Wieder am Arbeitsplatz wollte ich eigentlich etwas anderes machen, aber da jemand mit einer Frage auf mich zukam, bezüglich der Deutschen Tastatur und den Gewohnheiten in Deutschland und ich mir für fast jeden Zeit nehme, wurde es wieder später. Leider kam ich dadurch dann zu spät zu Annikas und meiner Unterrichtseinheit. Also rannte ich zur Bahn und schrieb ihr eine SMS, dass ich 15 Min später kommen werde. Außerdem schrieb ich noch weitere SMS, um diversen Leuten zu antworten und Eugen blieb leider außen vor, da in dem Moment mein Guthaben aufgebraucht war. Ist schon doof, wenn man nicht an sein Konto kommt, um Geld abzuheben, obwohl genügend drauf ist. Ich bin mal gespannt, was Susan morgen auf meine noch zuletzt auf der Arbeit geschriebene E-Mail antworten wird.
Der Unterricht mit Annika war gut, da ich endlich wusste, was ich gerne lernen möchte, nämlich die korrekt Aussprache. Somit habe ich ihr dann mal gezeigt, was ich genaues an Unterlagen habe und komischerweise verging die Zeit wie im Fluge. Kaum angefangen mussten wir schon zu ihrem Thema wechseln, wo wir erst die Zahlen wiederholten und im Anschluss ein paar Wörter lasen. Als der Unterricht zu Ende war, ging ich nach Hause führte noch meine vorgenommene Trainingseinheit durch und verschwand mit einer Maschine Wäsche angestellt im Bett.

Montag, 17. Dezember 2007 – Greg der neue Mitarbeiter

Am Montag bin ich dann wieder früh aufgestanden, um das Problem mit meiner Bankkarte möglichst am Morgen zu klären. Auf der Firma hat man mir dann gesagt, dass ich dafür den Reisepass brauche. Da ich den natürlich nicht mit hatte, verschob sich alles auf den nächsten Tag. Auf der Arbeit konnte ich dann Greg aus dem Bewerbungsgespräch auf der Arbeit begrüßen. Nachdem ich ein wenig Zeit hatte, da die Server immer noch nicht aufgrund der großen IP-Umstellung laufen, habe ich mich um Greg gekümmert, damit er seine entsprechende Grundausstattung bekommt. Gegen Mittag sind wir dann unten in die Kantine essen gegangen und im Anschluss haben wir uns um seinen Vertrag gekümmert, den er noch nicht erhalten hat. Da oben in der Abteilung keine gute Antwort zu erwarten war, haben wir unten nochmal mit Allen gesprochen, der daraufhin auch direkt einen Anruf von oben bekam. So kam wenigstens mal Bewegung in die Sache.
Gegen Abend bin ich dann wieder rüber ins andere Gebäude, um dort den Englischunterricht zu leiten. Am Englischunterricht haben nur Asia und Mr. Chen teilgenommen, da die anderen zu beschäftigt sind. Zu Beginn habe ich klein wenig Chinesisch Nachhilfe bekommen, wobei das für Asia nicht schlecht war, da er ja wiederum in Englisch kommunizieren musste. Als dann Mr. Chen kam, habe wir uns über die Aktivitäten des letzten Wochenendes unterhalten und über Mr. Chen's Angst vor Wasser. Er wurde nämlich mal als Kind unter Wasser gedrückt. Wir haben dann diskutiert, wie man solch eine Angst bekämpfen könne. Mal gucken, ob er unseren Vorschlägen folgen wird. Außerdem kam am Ende noch die Frage, ob ich einen Fortschritt in deren Aussprache sehe. Ich bin definitiv der Meinung, dass sie besser geworden sind, da die Aussprache von der Betonung her deutlich besser geworden ist und auch die Kommunikation nicht mehr so viele Vokabelprobleme aufweist und damit flüssiger wirkt.
Dann ging es mit der Bahn und dem Fahrrad zum Judo, wo ich viel zu früh ankam und man meinen Pass sehen wollte. Da ich aber keinen hatte und trotzdem reinkam, war ich ein wenig verwirrt, ob es überhaupt heute eine Judostunde gibt oder nicht. Als dann Arnaud kam, habe ich ihn mal darauf angesprochen. Er meinte, dass sei normal, da sobald die Schule geschlossen wird, die Security-Leute die Information bekommen, dass das Gebäude geschlossen ist. Solange dann Arnaud noch nicht da ist, ist somit ein Zutritt auch nicht möglich. Arnaud hat ja die entsprechenden Schlüssel. Er hatte mir auch noch erzählt, wie man hier in China ein eigenes Geschäft/Unternehmen aufmachen kann und wie man an die Investoren rankommt. Nämlich indem man mit seinem eigenen Geld und der Idee auch selber in sein eigenes Geschäft investiert und zeigt, dass man es ernst meint. So hatte er dann erstmal anderthalb Jahre Ruhe gehabt, bevor der Investor dann das erstmal selber einen Return-On-Investment sehen wollte. Da Arnauds Firma das Geld aufbringen konnte, hatte er weiterhin Ruhe bis zur nächsten Rate. Das war schon recht interessant gewesen, so etwas Mal zu hören. Das Judotraining war dann gut gewesen, auch wenn die Halle und die Matte einfach viel zu kalt waren. Der andere Jiu-Jitsu Arnaud war wieder da und war am Ende richtig heiß aufs Kämpfen. Leider ist er mir dabei auf meinen Fuß getreten, während er mich nach hinten schmeißen wollte. So habe ich jetzt wieder ein dickeres Zehengelenk am mittleren Zeh links. Hoffentlich habe ich da nicht schon wieder etwas an der Kapsel.
Nach dem Judo habe ich dann Shirley zurückgerufen, die während dem Judo angerufen hatte. Diese hatte sich bei Claire über mich erkundigt, wie man mich einschätzen solle. Claire hatte mich bisher nur dreimal gesehen. Ich hätte nicht gedacht, dass Claire so schlecht über mich denkt. Ich fand es jedenfalls nett, dass Shirley mir das erzählt hat und auch so ehrlich gewesen ist. Da ich mit den Gedanken noch immer beim Judo gewesen war, war der Umstieg auf eine englische ernste Kommunikation ein wenig schwierig gewesen und die fehlenden Vokabeln waren da für mich ein weiteres Problem. Jedenfalls war es ein schwieriges Thema am Telefon. Dann ging es mit dem Fahrrad wieder nach Hause, dort nach einem kurzen Abendessen, suchte ich erstmal nach dem Reisepass, den ich leider nicht finden konnte. Mir fiel dann ein, dass der gerade beim Visa-Amt liegt, damit das Visum verlängert wird. Also werde ich morgen mal probieren, ob es nicht auch die Kopie ausreicht. Anschließend ging es ab ins Bett.

Sonntag, 16. Dezember 2007 – Ein Tag mit Shirley

Gegen 12 Uhr haben Shirley und ich uns dann bei ihr getroffen, um bei ihr um die Ecke gemeinsam unser Mittagessen einzunehmen. Wir hatten dann ein recht leckeres Essen mit überbackenen Shrips und Gemüse. Nachdem ich dann um 42 ¥ ärmer war und nur noch ca. 16 ¥ für den restlichen Tag hatte, haben wir ihren Mitbewohner und eigentlichen Hauptmieter getroffen. Da die Heizung in deren Wohnung nicht wirklich funktioniert, musste hier der Vermieter kontaktiert werden und Shirley war als Übersetzerin engagiert. Obwohl er gebürtiger Franzose ist, heißt er Axel, da seine Mutter aus Deutschland kommt. Er kann aber kein Wort Deutsch sprechen. Er besitzt hier ein Restaurant, das Shirley und ich vielleicht demnächst mal aufsuchen werden. Ich kam mit Axel jedenfalls gut klar und habe so auch einmal durch das Problem mit der Heizung und dem Vermieter die Wohnung von Axel, für die er 6500 ¥ Miete im Monat zahlt, gesehen und ich muss sagen, das ist mal was ganz anderes als meine schäbige Bleibe. Aber ich kann damit leben. Shirley ist nur durch einen Zufall an das Zimmer gekommen, welches sie nur 1000 ¥ im Monat kostet und wird wohl gegen Ende Januar wieder ausziehen müssen, da das Zimmer eigentlich für einen Freund von Axel reserviert war.
Shirley selber studiert Sport und Management und möchte einmal nach Amerika gehen, um dort zu arbeiten. Andererseits reizt sie auch Europa, wo jedoch die Jobaussichten schlechter sind als in Amerika. Gegen Abend hat Shirley dann ihre Chinesisch-Stunde abgesagt, da noch einige Probleme mit der Wohnung zu klären waren und im Anschluss sind wir dann gemeinsam einkaufen gewesen, um für uns eine leckere Mahlzeit zu kochen. Dabei habe ich fast annähernd quadratisches Papier gefunden und so konnte ich dann später endlich mal wieder ein wenig basteln. :) Nachdem wir also gekocht, die Küche gereinigt und gegessen hatten, kam Axel nach Hause, um sich auch eine Mahlzeit zu kochen. Shirley war begeistert, dass ich die Spülmaschine bedienen und das Spülbecken so verschließen konnte, dass das Wasser nicht immer rausläuft. Axel meinte nur, das ist doch klar, der ist Deutscher und Sie hätte ja nicht gefragt, wie man die Sachen bedient. :D
Im Anschluss haben wir noch ein Joghurt verspeist, ich habe ein paar Origamifiguren gebastelt, obwohl ich das Papier jetzt nicht so berauschend fand und gegen 9 Uhr habe ich mich dann auf den Nach-Hause-Weg gemacht. Gegen 23 Uhr wieder zu Hause, habe ich wieder auf Anfrage meiner Nachbarin die Waschmaschine repariert, dann mein tägliches Krafttraining durchgeführt und mich gegen halb 1 ins Bett gelegt.

Samstag, 15. Dezember 2007 – Die Abschiedfeier von Eugen

Gegen 12-13 bin ich dann heute Morgen aufgestanden und nach kurzem Frühstück, ging es dann auch schon zu Bill auf die Arbeit. Dort angekommen haben wir uns dann direkt in die Stadt nach ZhongGuanCun gemacht. Hier haben wir uns dann mal ein wenig umgehört und einige Preise erhalten, wobei wir dann oben in den Stockwerken doch wieder andere Preise genannt bekamen. Das günstigste Angebot war dann für 2600¥ mit Karte gewesen. Als wir dann noch in ein anderes Gebäude wollten, hatte ich erstmal Geld abheben wollen, damit ich unter Umständen direkt die Kamera mitnehmen kann. Leider funktionierte jedoch meine chinesische Bankkarte an dem ATM nicht. Obwohl ich den Pin richtig eingegeben hatte, konnte ich auf mein Konto nicht zugreifen. Warum auch immer. Nun ja, so muss ich an dem Wochenende wohl mit meinen restlichen 100 ¥ auskommen. Wir sind dann in dem Gebäude nochmal nach oben gefahren, um dort im 10 Stock ein hoffentlich besseres Angebot zu bekommen und als ich den entsprechenden Laden nicht mehr finden konnte und wir wieder gehen wollten hatte Bill noch ein Angebot von 2.570 ¥ bekommen. Da die Preise hier oben dann stimmen, kann ich mich auf den Preis wohl verlassen. Nachdem Bill und ich das Gebäude dann wieder verlassen haben, um den Bus nach Hause zu nehmen, war mir klar, dass ich nun wieder eine Woche warten muss, bis ich meine Kamera bekomme.
Zu Hause angekommen habe ich mich dann nochmal 2 Stunden hingelegt, bevor ich mich dann zu Eugen und seiner Abschiedsfeier in die Nanjie Bar machte. Der Schlaf hatte gut getan. Dann gab es auf dem Weg in die Stadt ein günstiges mehr schlechtes als rechtes Abendessen für 2,5 ¥ ähnlich dem Frühstück und ab nach Sanlitun. Dort kurz in der Kai Bar vorbeigeschaut. Dort war nicht viel los. Draußen stand einer der Angestellten und fragte, warum ich nicht reinkomme und ich erklärte ihm, dass ich zu einer Feier in eine andere Bar müsse. Der kennt mich schon recht gut und ist auch richtig nett. In der Nanjie Bar fand ich dann die Beteiligten oben in einer Runde sitzend. Nachdem ich so ziemlich alle begrüßt hatte und ich mich mit einigen noch unbekannten Leuten unterhalten hatte, ging es nach einem kurzen Gespräch mit Nathan nach unten zum Tanzen, da ich einfach Lust zum Tanzen hatte. Umso überraschender fand ich es dann, schon wieder Francois mit seiner Freundin zu treffen, da ich ihn bisher immer nur in der Kai Bar gesehen hatte. Da sei aber nichts los, deswegen ist er jetzt hier in der Kai Bar. So hatte ich dann schon wieder gute Gesellschaft. Später habe ich dann noch Shirley kennengelernt, die Claire und auch Francois kennt. Shirley gibt Claire Chinesisch-Unterricht und woher sie Francois genau kennt, weiß ich nicht. Jedenfalls hatte sie richtig Spaß am Tanzen und ich hatte damit einen super Tanzpartner. :) Der Abend wurde immer besser. Als Shirley dann ihre Sachen holte, kam auch noch Carolina auf dem Weg in die Salsa Caribian Bar vorbei. Mit ihr konnte ich dann auf ein sehr gutes Lied mal eben einen flotten Merengue hinlegen. Die Südamerikaner haben schon ein richtig gutes Rhythmusgefühl. Als Carolina dann gegangen war, sind Shirley und ich noch ca. eine Stunde in der Bar geblieben, um im Anschluss noch ein paar andere Clubs wie “China Dolls” mit richtig guter Elektromusik oder die “Blue Bar” mit gutem HipHop aufzusuchen. Gegen fünf Uhr ging es dann wieder nach Hause, nachdem ich Shirley verabschiedet hatte. Wir hatten uns aber für später zum Essen verabredet.

Freitag, 14. Dezember 2007 – Eine abwechslungsreiche Nacht in Sanlitun

Heute habe ich dann doch mal wieder etwas länger gebraucht, um aus dem Bett zu kommen, aber da ich heute wieder länger bleiben wollte, war das auch OK. Morgens noch eben eingekauft ging es dann wieder zu Arbeit. Dort habe ich mich dann an die Übertragung der Testcases von der PDF-Datei in eine Excel-Tabelle gemacht, damit die Testcases angepasst werden können. Gegen Mittag bin ich dann mal nicht essen gegangen, da es eine Art Weihnachtsfeier oder Weihnachtsinformationsveranstaltung mit anschließendem Essen gab. Die Veranstaltung wurde von Sam durchgeführt und war eben eine kurze informative Veranstaltung, was genau Weihnachten ist und im Anschluss wurde an die Präsentation ein kleines Spiel durchgeführt. Dann ging es in den Nebenraum, um Pizza, Kekse und Süßigkeiten zu essen. Das Essen war damit recht spärlich, aber gut, es musste dann eben bis zum Overtime-Dinner reichen. Am Nachmittag ging es dann weiter mit der Übertragung der Testfälle und dem Nachbearbeiten. Leider hat das mehr Zeit in Anspruch genommen, als ich gedacht hätte. Gegen Abend wurden dann leider die Server heruntergefahren und da weder Eric noch ich Zugang zum Serverraum hatten, blieb uns nur noch das Overtime-Dinner und die anschließende Heimreise.
Zu Hause angekommen habe ich mich noch kurz umgezogen und bin nach Sanlitun gefahren, in der Hoffnung Peter mal wieder zu sehen. Auf der Straße trifft man dann Sam und Jorge, die auf dem Weg in eine Disco waren und statt Peter in der Kai Bar habe ich Francois getroffen, der mit seiner Freundin da war. Er teilte mir mit, dass Peter schon seit letztem Mittwoch wieder in Deutschland ist. Schon echt schade, hätte ihn gerne nochmal vorher gesehen. Aber da kann man nichts machen. In der Kai Bar kreuzte dann noch Eugen auf, der auch mal wieder unterwegs war und später habe ich noch neben Jitu und Kathy, Petra getroffen, die ich vor zwei Wochen mal in der Kai Bar kennengelernt hatte. Diese kommt aus Holland und war mit einem guten Freund aus Holland da. Sie konnte sich aber nicht mehr an mich erinnern, da sie vor zwei Wochen einfach zu besoffen gewesen war. Jedenfalls war der Abend soweit ganz gut gewesen, da ich mal in der Kai Bar oder im Butterfly gewesen bin und somit unterschiedliche Musikrichtungen hörte, wie Electro/House, Charts und HipHop. Da ich gegen 4 Uhr einen Tiefpunkt erreicht hatte und wieder alleine unterwegs war, bin ich nochmal in die Bar gegangen, in der Peter und ich das letzte Mal versackt waren. Dort habe ich dann Sam und Jorge getroffen, die mit mir gegen 5:20 Uhr diese wieder verließen. Die beiden haben sich dann noch jeweils einen Döner geholt, während ich mich zur Bahn nach Dongzhimen aufmachte. Dort angekommen habe ich auch endlich mal den anderen Eingang der U-Bahnlinie 13 entdeckt und weiß demnächst, wie ich mir das Tunnelsystem sparen kann, wenn ich schon oben unterwegs bin. Vielleicht wäre ich da am Montag dann auch noch reingekommen. Nun ja gegen halb 7 war ich dann zu Hause im Bett und stellte den Wecker auf 12, da ich mit Bill ja am Samstag, also später, nach ZhongGuanCun fahren wollte, um mir eine Kamera zu kaufen.

Donnerstag, 13. Dezember 2007 – Foto machen und Treffen mit Kelly

Heute bin ich wieder sehr früh aufgestanden und ich hatte mich gewundert, warum immer noch Wasser in der Waschmaschine war, obwohl es eigentlich abgelaufen sein sollte (eingeschaltete Maschine). Da keine Wäsche mehr in der Maschine war, lag die Vermutung nahe, dass die Schraube nun fehlt und damit der Ablaufverschluss nicht mehr geöffnet wird. Also habe ich mal eben die Waschmaschine repariert, mich fertig gemacht und bin wieder recht früh zu Arbeit gegangen. Dort angekommen habe ich mich direkt auf den Weg zum Fotoladen gemacht, den ich nach einigem Suchen, nachdem ich mit dem Bus drei Haltestellen gefahren war, dann auch gefunden hatte. Mit 8 Fotos in der Hand und Quittungen bin ich dann den Weg nach Hause zurückgelaufen, da ich einfach Lust auf Bewegung hatte. Wieder auf der Arbeit bin ich dann zu Amy, Carolina und Rachel gegangen, nachdem ich Susan die 235 ¥ und ein Foto gegeben hatte. Diese fanden meine gestylte Haarfrisur richtig gut, die ich mir heute extra fürs Foto gemacht hatte. Ich solle mir doch immer so die Haare stylen. Ich meinte nur, dass ich sonst eine Mütze trage und es dann keinen Sinn macht, sich die Haare zu stylen. Nachdem ich dann noch von beiden gefragt wurde, ob ich nicht gucke, ob ich auf den Quittungen etwas gewonnen habe, rubbelte ich das Gewinnfeld, welches auf den meisten Quittungen hier vorhanden ist, frei und ich habe sogar 10 ¥ gewonnen, die ich dann später beim Fotoladen abholen wollte.
Dann ging es zum Mittagessen. Nach dem Mittagessen habe ich dann mit Kelly gechattet und mich zum Abendessen mit ihr verabredet und ich habe nach englischen Texten über die Geschichte Deutschlands gesucht, da ich endlich mal meine nächsten Englischstunden vorbereiten wollte. Im Anschluss habe ich dann angefangen meine Testfälle in Excel zu übertragen und gegen 16.30 Uhr bin ich dann wieder zum Fotoladen gelaufen, um dort zu erfahren, dass ich die 10 ¥ dort nicht bekomme. Zurück zur Englischstunde habe ich noch auf einen freien Meeting-Raum warten müssen und in der Zwischenzeit bis Bill kam, habe ich dann nach englischen Texten aus den Winfo-Stunden gesucht, damit ich auch mal etwas Technisches in der zweiten Gruppe durchnehmen kann. Als dann Bill da war, hatte ich beschlossen heute einmal Karten zu spielen. Da niemand das Kartenspiel Mau Mau kannte, habe ich es erstmal in den Grundzügen erklärt und mit einfachen Regeln angefangen. Später habe ich dann noch Sonderregeln hinzugefügt, die man aus Uno oder Solo kennt. Interessanter Weise hatte Bill sehr viel Glück und hat mich richtig schlecht aussehen lassen, wenn er mir immer eine 7 oder 8 hinlegte, die ich dann leider nicht hatte, um zu verlängern. Es hatte mich jedoch gefreut, dass alle Spaß am Spiel hatten und dies damit mal eine einfache Unterrichtseinheit war.
Im Anschluss habe ich noch kurz die Anwesenheitsdaten aktualisiert, da mein USB-Stick kaputt gegangen ist und mich dann direkt auf den Weg zur Bahn gemacht. Als ich dann aus der Bahn aussteigen wollte, hatte ich im Augenwinkel Jorge und Amit in der Bahn gesehen. Da die aber keine Anstalten gemacht hatten, mal “Hallo” zu sagen, habe ich mich auch möglichst schnell zum Osttor der UIBE begeben, wo Kelly bereits auf mich wartete. Kurz vor dem Osttor ist dann Jorge in einem “Einmann-Taxi” an mir vorbeigefahren und hat mir gewunken. Kelly ist mit mir dann zum Westtor gegangen um dort in ein kleines chinesisches Restaurant zu gehen. Dort wollte sie mich unbedingt für meine geleisteten Dienste (Deutschnachhilfe) einladen. Da ich wohl keine andere Wahl hatte, genoss ich die Nudelsuppe, während Kelly ein Reisgericht aß. Nach ca. 1,5 Stunden haben wir dann das Restaurant wieder verlassen und zu Hause angekommen habe ich mich dann nach einigen Liegestützen und Situps ins Bett gelegt.

Mittwoch, 12. Dezember 2007 – Frühaufsteher

Heute Morgen bin ich verdammt früh aufgewacht, vor dem Wecker um viertel vor sieben, der auf acht Uhr stand. Kurz Liegestütze gemacht, und frisch gemacht, wurde die Wäsche von gestern Nacht aufgehängt und ab ging es zur Arbeit. Die Frühstückmacher waren über mein frühes Erscheinen überrascht und auf der Arbeit war es da nicht anders. Nur gegen Abend habe ich es mal so leer im Büro gesehen. Heidi und Yang Lu waren jedoch schon vor 8:30 Uhr, als ich ankam, da. Das war natürlich sehr praktisch, dass ich so früh da war, da ich so die Testfälle besser in die Excel-Tabelle übertragen konnte, denn so hatte ich mehr Zeit. Yang Lu wollte das nämlich bis 14 Uhr fertig haben. Nach einem kurzen Mittagessen habe ich dann das Überprüfen der Fälle abgeschlossen und nach einer kurzen Overtime-Dinner-Bestellung ging es zum Englischunterricht, wo ich nicht genau wusste, was ich machen soll.
Also habe ich einfach mal wieder spontan den Unterricht gestaltet, indem ich Summer, die mal wieder anwesend war, bat ihren Vortrag zu präsentieren. Leider hatte sie nichts vorbereitet. Also haben wir nach einer kurzen Wochenendreportage (wer was gemacht hat) einen Vergleich zwischen Deutschland und China gestartet. Dabei hat Summer deren Englisch wirklich schlecht ist, mich unterstützt. Auch wenn es viel Zeit gekostet hatte, hat es sich für Summer gelohnt. Asia und Echo waren ein wenig gelangweilt, aber hatten großes Verständnis für Summer. Summer entschuldigte sich immer für die Unannehmlichkeiten und die vergeudete Zeit, aber wir haben ihr bewusst gemacht, dass dies eine Englischstunde zum Lernen ist und nicht um Perfekt zu sein. Deshalb nehmen wir uns eben für jeden Einzelnen Zeit.
Danach ging es im Sauseschritt wieder zurück an den anderen Arbeitsplatz, um dort wieder das Obertime-Dinner zu genießen. Dabei habe ich dann Amy, Rachel und Tony getroffen. Somit war das Essen nicht ganz so langweilig. Nach dem Essen habe ich dann beiden noch meinen Arbeitsplatz gezeigt und mir von Amy erklären lassen, wie ich zum Fotoshop komme, um ein Passfoto mit blauem Hintergrund machen zu lassen, dass man hier fürs Visum braucht. Da mir dann Annika aufgrund großer Müdigkeit abgesagt hatte, habe ich noch die Bilder ins StudiVZ hochgeladen, nachdem ich herausgefunden habe, wie ich das technisch anstellen kann (mit dem Opera-Browser auf dem Mac gab es immer Probleme und mit dem Safari-Browser klappt es nun wunderbar). Dann ging es gegen 22 Uhr nach Hause und dort nach einem ausführlichen Krafttraining gegen halb eins ins Bett, nachdem Kelly mir eine gute Nacht (wan an) gewünscht hatte. :)

Dienstag, 11. Dezember 2007 – Olympisches Geschenk

Heute hatte ich es mal früher als die letzten Mal aus dem Bett geschafft und mir somit wieder ein Frühstück besorgt. Auf der Arbeit habe ich dann die Meldung von Tom erhalten, dass die Firma die Kosten für das Visum später übernehmen wird und ich erstmal alles vorstrecken muss. Außerdem sollte ich mich nochmal mit Susan über den Ablauf in Verbindung setzen. Dann habe ich mich weiter an die Einarbeitung der Testcases für das Alpine-Produkt gemacht. Nach dem Mittaggegessen habe ich dann von Susan erfahren, dass die Kosten für das Visum für 6 Monate bei 235 ¥ liegen. Das ist im Verhältnis zu meinem Visumpreis in Deutschland richtig günstig. Außerdem brauche ich mir dann kein Touristenvisum mehr besorgen, da ich ja noch ein gültiges F-Visum bis zu meiner Ausreise habe :) Das ist natürlich echt praktisch. Gegen 16 Uhr hatte dann Yang Lu beschlossen, dass wir die Testfälle aus der mit ca. 1500 Seiten langen PDF-Datei extrahieren und uns unsere eigene Tabelle basteln. Dazu haben wir dann die Testfälle aufgeteilt, so dass jeder ungefähr gleich viel zu tun hat. Damit wollte ich dann aber erst morgen beginnen.
Gegen Abend bin ich dann wie gewohnt zum Englischunterricht rüber ins andere Gebäude und dort haben dieses Mal wieder Echo und Bill am Unterricht teilgenommen. WenXP (George) war einfach zu beschäftigt, um am Unterricht teilzunehmen, da sein Projekt in die letzte Phase das Testen übergegangen ist. Im Englischunterricht haben wir kurz über das vergangene Wochenende gesprochen und uns dann noch einmal gemeinsam an das englische Alphabet gemacht. Natürlich nur um die Unterschiede zwischen der englischen Aussprache und der deutschen Aussprache herauszufinden. Dann haben wir uns mit der Aussprache des deutschen Alphabets beschäftigt, da zum einen Echo an der deutschen Sprache interessiert war und ich zum anderen der Meinung war, dass es für die englische Aussprache vielleicht auch ganz nützlich sein kann. Echo hatte mit dem “e” zu kämpfen und beide mit dem “r” und “o”. Als der Unterricht dann beendet war, haben die beiden mir mit den anderen Leuten der Gruppe dann olympische Medaillen geschenkt, die eine limitierte Auflage sind. Die Figuren, derer fünf, haben hier Namen, die zusammengesetzt aussagen: “Willkommen in Beijing”. Das ist mir bisher noch nie so bewusst geworden. Ich bin jedenfalls sehr stolz auf dieses Geschenk. Ich habe es bekommen, weil ich mir so viel Mühe mit dem Englischunterricht gebe, haben sie gesagt. Ich meine, ich werde ja eigentlich dafür bezahlt. Ist aber schön zu wissen, dass man gemocht wird.
Nach dem Englischunterricht bin ich dann schnell ins andere Gebäude, habe mir die Essensmarke geschnappt und bin direkt runter zum Essen. Nach dem Essen habe ich dann bis 20:30 Uhr noch die restlichen Fälle der Alpine-Gruppe durchgeguckt und im Anschluss bin ich schnurstracks zum Treffen mit Annika in die UIBE gefahren. Dort angekommen hatte Annika ein wenig auf mich gewartet, da ich dieses Mal ohne Fahrrad Unterwegs war. Nach einer kurzen Klärung, wann und wie wir den Sprachaustausch gestalten wollen, haben wir uns erst mit Chinesisch und anschließend mit Deutsch befasst. Irgendwie ging es Annika zu Beginn nicht sonderlich gut, da wohl etwas vorgefallen war, von dem sie mir aber nicht erzählen wollte. Der Sprachaustausch hatte ihr dann richtig gut getan. Wieder zu Hause angekommen, habe ich dann erstmal gewaschen und ein kleines Workout gestartet, da ich mir vorgenommen hatte, jeden Abend nun mindestens 100 Liegestützen und mindestens 300 Situps zu machen. Nachdem die erste Maschine fertig war und ich auch gegessen hatte, schmiss ich noch die zweite Maschine an und ging ins Bett.

Montag, 24. Dezember 2007

Montag, 10. Dezember 2007 – Probleme mit dem Visum

Heute habe ich wieder etwas länger geschlafen, da meine Erkältung wieder voll zurück ist. Außerdem empfand ich es als zu dunkel draußen und meine Vermutung, bestätigte sich, als ich gegen 9 Uhr den Vorhang aufzog. Es schneite. Also ließ ich mein Fahrrad mal lieber zu Hause stehen und entschloss mich später vom Judo nach Hause ein Taxi zu nehmen. Kurz noch ein Brot eingekauft ging es dann auf die Arbeit. Dort habe ich mich dann als erstes an die Firmen-E-Mails begeben und im Anschluss mich wieder einmal mit der Deutschen Zeichensetzung auseinander gesetzt, da es hier einen Glossar für alle gibt, die mit der deutschen Sprache Umgang haben werden.
Nach einem guten Mittagessen ging es dann weiter mit den Testcases. Gegen 2 Uhr bin ich dann zu Susan hochgegangen, um wegen meines Visums und der Erneuerung alles zu klären. Ich werde also morgen dann alleine zur Visumstelle fahren, um dort mein Visum zu erneuern. Und ich werde wieder alles selber zahlen müssen. Ist schon echt doof. Aber das Gespräch mit meinem Chef steht ja noch an, zumindest habe ich das so geplant. Wir werden sehen.
Während ich meinen Antrag ausgefüllt hatte und mit allen Unterlagen dann komplett nach unten gehen wollte, hatte ich den Weg bei Sam vorbei gemacht, der meinte, dass bei ihm alles von der Firma bezahlt worden ist und er einfach nur seinen Pass abgegeben hatte. Also bin ich nochmal zu Susan, die sich ein wenig komisch anstellte und letztendlich dann erstmal die Unterlagen behalten hatte. Gegen Abend bin ich dann wie gewohnt zum Englischunterricht rübergegangen und da der Unterrichtsraum noch belegt gewesen war und Tom frei war, habe ich direkt ein Gespräch mit ihm führen können. Dieser wollte sich dann am nächsten Tag mit Susan in Verbindung setzen, nachdem ich ihm die entsprechende E-Mail weitergeleitet habe. Außerdem hat er mir noch ein angebliches Restaurant empfohlen, in dem man wohl sehr lecker Peking Ente essen kann. Der Englischunterricht war dieses Mal wieder anders. In letzter Zeit komme ich leider nicht mehr zum Planen meiner Englischstunden und so werden diese immer sehr spontan und flexibel gestaltet. Diese Mal hatte Mr. Chen seinen Vortrag über die chinesische Mythologie gehalten und war nach sehr kurzer Zeit auch schon damit fertig. Wir sind dann von den Chinesischen Historie auf die Römischen Götter gekommen, über diese dann irgendwie zu bekannten Leuten und irgendwie dann auch von Bismarck zu Hitler. Dann haben wir uns ein wenig mehr Hintergrundwissen über diese Personen erarbeitet und die Stunde war wie im Fluge vergangen. Für die nächsten Mal wollte ich dann wissen, was die Herrschaften denn mal gerne über Europa oder die deutsche Historie wissen wollen, damit ich wieder einen neuen Themenansatz habe. Dabei kamen schon ganz nette Fragen zusammen.
Dann ging es mit der Bahn zum Judo, da ich das Fahrrad ja zu Hause gelassen hatte. Beim Judo haben wir dann eine Gruppe der Gokyo durchgeworfen und im Anschluss den Tai-otoshi im Detail erarbeitet. Ich war wieder einmal begeistert und das Kämpfen war auch angenehm, da ich irgendwie immer noch ein wenig zu müde für meine Verhältnisse bin. Christine war auch nicht mit dem Fahrrad gekommen und nahm das Taxi zurück. Ich wollte es mal mit einem anderen Weg probieren, indem ich von jemandem mit dem Auto nach Dongzhimen mitgenommen werde. Leider hatte das Ganze so lange gedauert, dass ich vor geschlossenen U-Bahntoren stand, obwohl ich noch 10 Minuten hatte, um zur Linie 13 zu gelangen. Tja, das nächste Mal werde ich direkt mit dem Taxi fahren oder eben wie gewohnt mit dem Fahrrad, da es jetzt am Abend nicht mehr so schlimm war, wie heute Morgen. Zu Hause angekommen bin ich dann bei Rafal vorbeigegangen, um meine geliehenen 20 Yuan abzuholen und noch ein wenig zu quatschen, wobei ich auf dem Weg dahin dann Amit, Jorge und Sam kurz getroffen hatte. Zu Hause angekommen habe ich dann kurz etwas gegessen und mich ins Bett gelegt, da ich einfach nur müde war. Waschen konnte ich ja leider immer noch nicht, da die Waschmaschine immer noch belegt war.

Sonntag, 09. Dezember 2007 – Die Große Mauer

Gegen kurz vor 7 habe ich es endlich aus dem Bett geschafft und nach kurzem frischmachen, ging es direkt aus dem Haus, da es für den Arztbesuch hieß: nüchtern bleiben. An der Bahn empfing mich dann Bill und wir fuhren mit dem Bus zur Arztpraxis, wo schon reges Treiben herrschte.
Als erstes ging es auf die Waage, wo unter anderem auch die Größe genommen wurde. Ich habe mit Klamotten tatsächlich nur 79 Kilo gewogen. Also habe ich tatsächlich abgenommen. :( Nach einer kurzen Blutabnahme folgten weitere Stationen. Es ist nicht so, dass ein Arzt die Untersuchung durchführt. Nein, man läuft mit einem Zettel in der Hand, auf dem steht, was man alles machen muss, von einer Station zur nächsten, bis man alle Stationen hinter sich hat. Dabei war es gut, dass Bill dabei war, da er mir so übersetzen helfen konnte, wenn es Kommunikationsprobleme gab, denn manches habe ich einfach überhaupt nicht verstanden. Nach 2 Stunden waren wir dann endlich durch und ich konnte noch ein kurzes Abschlussfrühstück beim Arzt genießen, welches aus einem Ei, einem kleinen Brötchen und 2 Bechern warmer Milch bestand, da Bill mir nochmal den Becher auffüllen ließ. :)
Draußen angekommen kam auch direkt mein Bus Linie 800 nach Dongzhimen, wo ich dann die anderen Drei (Ben, Jonathan und Rafal) traf. Diese warteten bereits schon eine halbe Stunde auf mich und hatten in der Zwischenzeit ein Taxi für die Fahrt zur Großen Mauer in Mutianyu besorgt. Die Fahrt sollte 300¥ für den kompletten Tag kosten. Also im Prinzip 75¥ pro Person, was eigentlich OK ist. Mit dem Taxi ging es dann zur Großen Mauer und wir hatten richtig viel Spaß gehabt. Wir haben uns dort erstmal ein Ticket für die Mauer geholt und haben uns kein Seilbahnticket gekauft, da wir zur Mauer hochlaufen wollten. Dabei hatte ich nun das zweite Mal nach der Flugvergünstigung meinen Studentenausweis einsetzen können. Ich habe nur die Hälfte bezahlt. :) Dann machten wir uns, nachdem wir die Souvenir-Händler hinter uns gelassen hatten, auf den Weg nach oben. Der Aufstieg war richtig gut.
Vivek hatte Recht, dass durch das viele Laufen hier uns so ein Aufstieg und das Laufen auf der Mauer nicht so viel ausmachen. Mir zumindest nicht. Im Prinzip sind wir in 40 Minuten nach oben gelangt, unten hatte man uns eine Stunde als Dauer nach oben genannt. Dann haben wir uns nach rechts auf den Weg gemacht und die Mauer bestiegen, erklommen oder wie man das sonst noch so nennen kann.


Jedenfalls war der Weg teilweise sehr steil und teilweise auch recht angenehm gewesen.

Am Ende kam dann ein Schild, das besagte, dass es hier nicht mehr weiter geht. Wir sind natürlich auf dem nicht renovierten Mauerteil weitergegangen und haben uns auch mit einem nicht restaurierten Turm zufrieden gegeben, wenn hier schon ein Trampelpfad hin existierte. Da wir einen weiteren Turm entdeckt hatten und der Weg dahin nicht gerade leicht aussah, beschlossen Jonathan, Rafal und ich auch diesen Teil noch zu erkunden, während Ben auf uns warten wollte.
Der Weg dahin war deutlich schwieriger, da er dieses Mal auch steiler hoch und runter ging und der Weg deutlich dichter bewachsen war als vorher. Aber wir sind an unserem Ziel angekommen und wurden mit einem fantastischen Ausblick belohnt.
Hier bekämpfen wir gerade mit den viel zu leichten Steinen die bösen Mongolen...
Nach einigen Fotos sind wir dann wieder zurück, wobei der Rückweg deutlich anstrengender war als der Hinweg, da das letzte Stück richtig steil nach oben ging und die Distanzen hier oben einfach unheimlich schnell unterschätzt wurden. Dann machten wir Vier uns auf zur Rodelbahn, um dort nacheinander die von einem Deutschen Hersteller gebaute Sommerrodelbahn nach unten zu nehmen. Ich ging als letzter und dadurch, dass ich genügend Abstand hatte, konnte ich Vollgas geben, auch wenn mir die Chinesen am Rand immer sagten, dass ich Bremsen müsse. Ich habe einfach Gas gegeben und mir meinen Spaß gemacht. :) Unten musste ich dann sehr stark bremsen, da kurz vorm Ende auch die Schleicher, die leider alle anderen Drei früher als ich erwischt hatten, auch endlich im Ziel mit uns anzukommen schienen. Dann sind wir, nachdem Jonathan noch 3 T-Shirts für 40¥ gekauft hatte, wieder zurück zum Bus. Mir hatte man übrigens für einen Fächer und Essensstäbchen einen Preis von 60¥ (Start bei 180¥) gemacht, obwohl ich die überhaupt nicht wollte. Den Fächer hätte ich auch für 10¥ bekommen können. Da werde ich mich aber nochmal später umgucken.
Auf dem Rückweg sind wir (Jonathan, Ben und ich) dann beim Lufthansa-Center ausgestiegen, nachdem wir Rafal in ShaoYaoJu rausgelassen hatten. Dort haben wir dann Carl und Eileen getroffen, um nach einem kleinen Eis ins Hardrock-Café zu gehen. Dort waren mir die Preise aber deutlich zu teuer, so dass ich um die Ecke anstelle eines Burgers für 90¥ (Hardrock Café) eine gute Suppe für 10¥ gegessen hatte, um anschließend mindestens genauso satt zu sein, wenn nicht sogar mehr. Eigentlich war dann im Anschluss eine Massage geplant gewesen, doch Dennis hatte uns versetzt und die Mädels fühlten sich für eine Massage zu voll gegessen. Also bin ich nach Hause gefahren, während die anderen noch Shoppen gefahren sind. Schließlich wollte ich noch ein wenig waschen. Und wie ich nachher auch erfahren hatte, ist der Ausflug in den BeiHai Park ausgefallen. Wie gut, das Ben mit uns mitgekommen war.
Dort angekommen habe ich nicht waschen können, da meine Nachbarin meinte, die Waschmaschine über mehrere Stunden belegen zu müssen. Also habe ich in der Zeit mal nachgerechnet, wie meine Ausgaben sich mit meinen zukünftigen Einnahmen decken werden. Leider musste ich dabei feststellen, obwohl ich schon recht günstig lebe, dass ich ca. 3000¥ draufzahle. :( Ich werde mal mit meinem Chef sprechen müssen. Außerdem muss ich morgen mal mit meiner Firma dringend wegen meines Visums sprechen und außerdem wegen meines Gehalts, da Rafal meinte, dass wir als Praktikanten nämlich doch keine Steuern zahlen müssen. Aber auch wenn ich mein volles Gehalt erhalte, dann stehe ich immer noch mit ca. 2000¥ im Minus. Vielleicht habe ich ja Glück, dass ich auch wie Ben eine Gehaltserhöhung erhalte. Ich lasse mich überraschen. Jedenfalls ist mein Chinaerlebnis die vergangene Woche schon recht krass gewesen, wenn ich nur daran zurückdenke, was ich so mit meinem Visum, meinem Gehalt, dem versuchten Kamerakauf und den nicht ausgesprochenen Sachen so erlebt habe, die man alle beachten muss, auf die aber niemand hinweist. Dafür hasse ich China. Positiv ist dabei wiederum die Erfahrung, der Spaß mit den Freunden und das man doch nicht allein ist.