Sonntag, 14. September 2008

Sonntag, 14. September 2008 – HuangGouShu Wasserfall

Am Morgen stand ich um 7 Uhr auf, rief ShaoYan an, damit diese auch aufsteht, schließlich war sie heute zum Treffen mit zwei Spaniern verabredet, die ich im Tiger Leaping Gorge getroffen hatte und die ich um Hilfe gebeten hatte, da ShaoYan Probleme hatte, jemanden zum Spanisch-Sprechen zu finden. Die beiden hatten sich dann bei ihr gemeldet und sich mit ihr für diesen Sonntag verabredet.
Ich zog gegen 7.30 Uhr los, aß mir draußen ein paar Baoze und eine Reissuppe und rief ShaoYan erneut an, ob sie auch wirklich wach war. Sie war wach. Danach ging ich um die Ecke zum Busbahnhof, kaufte mir ein Ticket zum HuangGouShu Wasserfall und fuhr mit einem vollen Bus um 8.20 Uhr innerhalb von 40 Minuten zum Ticketoffice des HuangGouShu Wasserfalls.
Nachdem ich den Preis von 180 ¥ auf 92 ¥ inklusive 2 ¥ Versicherung reduzieren konnte, die Versicherung brauche ich ja eigentlich nicht, konnte sie aber nicht zurückgeben, lief ich zum ersten Sightseeing Punkt, da mir der Bus mit weiteren 50 ¥ zu teuer war. Auf dem Weg dahin kam ich an einer Bühne vorbei, wo Shaolin Schüler eine Show probten. Interessant, dass diese heute hier anzutreffen waren. Der erste Punkt war nach ca. 2 Kilometern laufen erreicht und bot mir einen schönen Ausblick auf einen kleinen Wasserfall.
Danach lief ich weiter zum ca. 5 km entfernten nächsten Sightseeing Punkt, der am weitesten entfernt war. Drei Mädels im Taxi stoppten und fragten, ob sie mich nicht mitnehmen könnten. Ich bedankte mich und lief weiter, wobei ich auf dem Weg eine sehr schöne Landschaft vorfand, die andere so nicht sehen, wenn sie nicht extra dafür anhielten. Ein Auto mit 5 älteren Chinesen hielt zufällig auch an einer dieser schönen Stellen an, an der ich auch schöne Landschaftsfotos machte.




Nachdem ich über eine Brücke gegangen war, von der es nur noch 2,2 km bis zum zweiten Punkt waren, und ich dann endlich den Eingang erreicht hatte, bot sich mir eine wunderschöne Landschaft.
Diese durchlief ich innerhalb der nächsten 1,5 Stunden, wobei ich die älteren Chinesen, die auch an dem einen Punkt angehalten hatten, als auch die Mädels aus dem Taxi einholte. Dieser Teil des Parks war größer als der erste Teil des Parks und hatte mich mehr Zeit gekostet, als gedacht, war dafür aber auch um einiges schöner und vielfältiger.











Wieder auf der Straße, musste ich nun den ganzen Weg zurücklaufen, wobei mich erst die älteren Chinesen kurz vor dem Eingang zum zweiten Teil mit ihrem Auto überholten und als ich schon ca. 3 km weitergelaufen war, überholten mich auch die Mädels in einem weiteren Taxi.
Gegen 14.10 Uhr erreichte ich die für mich letzte Attraktion, den HuangGouShu Wasserfall. Dieser Teil des Parks war auch etwas größer und ich lief weitere 1,5 Stunden durch den Park. Dabei machte ich viele Fotos, lief hinter dem Wasserfall entlang, über eine Brücke und guckte mir die stattfindende Show kurz vor dem Wasserfall an, wo einige Damen den für GuiZhou typischen Halsschmuck trugen. Ich verstand zwar nicht, warum es diese Show oder diese Festaktivität gab, aber ich genoss es, da es natürlich ein Highlight für mich war.







An der Stelle konnte ich nach oben gehen, entschloss mich aber, einmal zur großen Rolltreppe zu gehen, da ich damit dann auch alles in diesem Abschnitt gesehen habe. Auf dem Weg traf ich wieder Shaolin Schüler, die schon die ganze Zeit hier rumliefen und spektakuläre Fotos machten. Einen der Jungs habe ich bereits 4 Mal heute gesehen, so dass ich nun einmal um ein Foto mit diesen bat und nun stolzer Besitzer eines Fotos mit Shaolin Schülern bin. :)


Bei der großen Rolltreppe angekommen, wurde ich wieder enttäuscht, da ich für diese 30 ¥ bezahlen müsste, was ich natürlich nicht wollte. Wie konnte ich auch so naiv sein und denken, dass diese kostenlos zur Verfügung steht, wenn es schon eine Seilbahn (an der zweiten Station) gab und den Bus gab, die nicht im Preis von 180 ¥ mit inbegriffen waren. Ich lerne eben nie aus. Also lief ich wieder zurück zum Fest, wo ich nun nach oben lief, wobei mir auf dem Weg nach oben die Schnalle auf der linken Seite des Rucksacks brach und ich den Rucksack jetzt wieder zur Reparatur geben darf. :(
Beim Bus angekommen, fuhr ich für 50 ¥ nach GuiYang, aß mir ein paar Snacks, die ich noch mithatte und telefonierte mit ShaoYan, ob auch alles bei ihr in Ordnung war. Sie genoss den Tag und war im Moment am Himmelspalast mit den beiden sehr netten Spaniern. Später im Bus rief sie mich noch einmal an, um mir mitzuteilen, dass sich ihre Wege nun getrennt hatten, sie einen wirklich wunderschönen Tag gehabt hatte und sie sich sehr viel unterhalten hatten. Das hat mich sehr für sie gefreut, da es sich nach einem ruhigen und erholsamen Tag für sie anhörte, der ihr auch noch weiterhalf, da sie fast den ganzen Tag spanisch gesprochen hatte. In GuiYan angekommen, lief ich zum Bahnhof, kaufte mir dort ein Schlafzugticket nach HuaiHua, da der Zug nach JiShou erst um 11 Uhr ankommen würde und mir das zu spät war. Der Nachteil war nun, das mein Zug um 3.30 Uhr morgens in HuaiHua ankommt und ich dort warten muss, bis ich von dort einen Bus nach FengHuang nehmen kann, was mein eigentliches Ziel ist. Damit wäre ich aber immerhin noch früher in FengHuang, als wenn ich nach LiShou gefahren wäre, auch wenn dort die Busfahrt nur 1 Stunde anstelle der 2 Stunden von HuaiHua aus dauert. Nachdem ich ein Zugticket also hatte, unterhielt ich mich kurz mit 3 Amerikanerinnen, die mir, da sie schon länger in GuiYang lebten, sagen konnten, wo der nächste große Supermarkt war. Ich lief also die Straße bis zum Walmart entlang, kaufte dort einige Sachen ein, wie Milch, Joghurt, weil ich da jetzt Appetit drauf hatte, CocaCola und einen Mondkuchen, da ShaoYan mir empfahl diesen zu kaufen. An der Kasse wartete ich etwas länger und im Eilschritt ging es zum Bahnhof zurück. Leider fand ich auf dem Weg nicht auf Anhieb einen Essenladen mit Baoze, so dass ich einfach ohne etwas zu Essen in den Bahnhof ging. Denn die Zeit mir ein richtiges Gericht kochen zu lassen, hatte ich jetzt nicht mehr.
Als ich in den Bahnhof ging, stellte ich meine Tasche auf das Rollband zur Gepäckkontrolle und als ich durchgehen wollte, hielt mich ein Wachmann auf und bat mich, auch noch die Tüte mit Getränken und den Essensachen aufs Gepäckband zu stellen. Als ich mein Ticket aus dem Mund nahm und ihm mitteilen wollte, dass es nur Essensachen sind und er daraufhin erkannte, dass ich nicht Chinese war, durfte ich auch sofort durchgehen. :) Am Zug angekommen, fuhr ich wieder einmal mit einem Zug der kein K-, T-, D-oder Z-Kürzel vorne dran hatte. Dementsprechend waren die Schlafmöglichkeiten in dem Zug anders, als ich es bisher von einem guten K- oder T-Zug gewohnt war. Aber für die 7 Stunden sollte es ausreichen.
Nachdem ich meine Sachen verstaut hatte, noch einmal mit ShaoYan telefoniert hatte, bevor der Zug abfuhr, nahm ich anschließend meinen Platz ein, bekam meine Liegeplatzkarte und legte mich zum Schlafen hin. Danach kam die Dame noch einmal mit einer Liste vorbei und wollte die ID-Karte von jedem haben. Ich fragte sie, ob sie wirklich meine Karte haben wolle und sie bestand drauf. Als sie dann meinen Deutschen Pass in der Hand hielt, war sie mit dem Deutsch, sie sagte Englisch, aber es war ja Deutsch, total überfordert. Also half ich ihr, ihre Liste auszufüllen, trug meinen Namen, auch den Chinesischen, meine Adresse und meinen Zielort ein und gab ihr die Liste zurück. Damit war ich natürlich wieder ein Highlight im Zug, weil alle zugucken wollten, wie ein „Ausländer“ so eine Liste ausfüllt. Danach unterhielt sich mein Nachbar noch ein wenig mit mir, weil er wissen wollte, ob ich Reise und wo ich schon überall in China gewesen war. Ich konnte jedoch glücklicherweise das Gespräch verkürzen, da ich schließlich schlafen wollte, denn bis zu meiner Ankunft waren es nur noch knapp 6 Stunden Schlaf und das ist nicht viel.

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