Mittwoch, 11. April 2012

Mittwoch, den 11.04.2012 – Olympia-Stätte, Shopping und Treffen mit Heidi und Sabine

Der Wecker klingelte heute Morgen um 7 Uhr. Das Regenwetter war komplett abgezogen und draußen war es im Gegensatz zu den vergangenen Tagen frisch. Siggi ging um 8 Uhr runter zum Frühstück, das dieses Mal in den benachbarten größeren Raum verlegt wurde. Während Siggi frühstückte, prüfte ich meine E-Mails und trank gemütlich den Tee vom Zimmer. Ich war überglücklich, als ich die positive Nachricht einer Ausnahmebehandlung bezüglich meiner Veröffentlichung las. Ich darf nun doch nach Zürich in die Schweiz fahren. Mit einem guten Gefühl im Bauch schrieb ich noch kurz eine E-Mail an eine Bekannte und las Siggi die an ihn gerichtete E-Mail von Anita vor, worüber er sich freute.
Anschließend packten wir unsere Sachen und fuhren mit der U-Bahn in den olympischen Park bzw. sogar etwas nördlich davon, wo es einen neu angelegten Park gab, den ich noch nicht kannte.




Von dort aus schlenderten wir gemütlich über das olympische Gelände bis zum 4. Ring und standen zwischenzeitlich für Fotos Modell. Siggi wiederholte erneut, dass so immer ein Teil von uns in China bleibt.




Am 4. Ring nahmen wir für 3 Haltestellen den Bus, damit ich dort in einer kleinen abseitsgelegenen Shopping-Mall ein paar Sachen einkaufen konnte. 2008 wurde diese kleine Shopping-Mall angeblich wegen der Olympiade geschlossen, wo ich vorher noch zwei Pullover zu einem günstigen Preis erstanden hatte. Als wir dort ankamen, war nur noch die Hälfte der dort verfügbaren Plätze mit Geschäften belegt. Dennoch wurde ich dort mit 10 Socken für 25¥ und 3 neuen Unterhosen für 50¥ fündig. Von dort fuhren wir mit dem Bus 113 nach ShaoYaoJu, wo ich 2007-2008 wohnte und zeigte Siggi die Umgebung. Unterwegs kaufte ich mir, wie konnte es anders sein, nebenbei etwas zu Essen auf die Hand.
Von ShaoYaoJu aus liefen wir bis zur 3. Ringstraße und nahmen dort einen Bus in die Nähe von SanLiTun. Ich vertat mich in der Wahl der Ausstiegshaltestelle und somit stiegen wir mindestens eine Haltestelle zu früh aus. Deswegen liefen wir, um in Richtung 3.3 in die Bargegend vom Stadtteil SanLiTun zu kommen, zunächst durch das Botschaftsviertel. Im 3.3 einem weiteren Einkaufsgebäude, wo ich 2008 den einen oder anderen Anzug schneidern ließ, gab es meinen Schneider leider nicht mehr. Also suchte ich mir einen neuen Schneider. Ich fragte in einer der hinteren Ecken einen recht kleinen Schneiderladen nach dem Preis für einen einfachen Anzug. Man nannte mir 1.000¥ für den Anzug und 100¥ für ein Hemd. Das war natürlich Verhandlungsbasis. Vor vier Jahren nannte man mir die gleichen Preise und die hatte ich nicht vergessen. Also schien sich an den Preisen nichts geändert zu haben. Nach abschließender Verhandlung bekam ich für einen Preis von 1.000¥ 3 Hemden und einen Anzug. Geht doch. Nachdem meine Körpermaße gemessen wurden und die Stoffe ausgewählt waren, verließen wir den Schneider und ich zeigte Siggi die Bargegend, in der ich mich in meinem Auslandsjahr in China viel aufgehalten hatte. Dabei stellte ich fest, dass sich die Bargegend sehr verändert hatte. Zwei der drei Bars, in denen ich recht häufig feierte, existierten nicht mehr und das Shooters war auf unbestimmte Zeit geschlossen.
Auf der Suche nach einem Tätowierer wurden wir in SanLiTun fündig. Der erste Laden war geschlossen und sah nicht sonderlich sauber aus, sodass wir uns weiter umguckten. Kurze Zeit später fanden wir einen Hauseingang weiter in einen sehr sauberen und ordentlichen Tätowierladen, in dem ein junger Mann hinter seinem Schreibtisch saß. Für das Tattoo eines Drachen, das Siggi haben wollte, verlangte der Tätowierer 500¥ und Siggi fand den Preis vollkommen in Ordnung. Also machten wir, nach Anzahlung von 100¥, einen Termin für den nächsten Tag um 11 Uhr aus. Bis dahin wollte er uns einen Drachenvorschlag vorlegen. An dieser Stelle sei erwähnt, dass der Tätowierer kein Englisch sprach und die ganze Kommunikation auf Chinesisch ablief. Vom Tätowierer liefen wir 5 Minuten zum Einkaufszentrum Yashow, wo Siggi über die Einkaufsmöglichkeiten, die sich uns boten, sichtlich freute. Weil wir jedoch nicht so viel Zeit hatten, schauten wir uns zunächst auf den einzelnen Etagen um. Unser bzw. vielmehr mein Plan war es, am Donnerstag, nachdem wir unsere Sachen bei Arnaud abgelegt haben, hier einkaufen zu gehen. Immerhin fanden wir bei unserer Erkundung die meisten Sachen, die wir später kaufen wollten, wie Buddha-Statuen, Schals, Broschen und Klamotten. Auf dem Weg aus dem Einkaufshaus wurde Siggi plötzlich in der 2. Etage von einer jungen Chinesin von hinten mit den Worten: „Ich kenne dich. Ich mag dich!“, auf Deutsch angesprochen. Siggi war überrascht, wer ihn denn in China kennen würde, wo er doch noch nie in China war. Siggi erwiderte daraufhin freundlich: „Ich mag dich auch, aber ich bin etwas zu alt für dich.“ Wir hatten das Gefühl, dass sie das nicht verstand. Und so war es auch, da sie lediglich durch Unterhaltungen mit Deutschen ca. drei Sätze auf Deutsch gelernt hatte.
Von Yashow aus liefen wir zur U-Bahnhaltestelle DongSiShiTiao und nahmen die U-Bahn Linie 2 und 1 bis XiDan, wo wir abends mit Heidi, die kurz nach uns ankam, verabredete waren. Ich freute mich riesig, sie nach so langer Zeit wiederzusehen und bemerkte direkt, dass sie starkabgenommen hatte, was ihr ausgezeichnet stand. Sie erzählte mir von ihrer neuen Firma, nachdem ich Siggi und Heidi einander vorgestellt hatte, und erwähnte dabei, dass Sabine auch bald in ihrer Firma anfangen werde. Ich fragte, warum Sabine nicht auch zum Essen kommt, woraufhin Heidi diese kurzerhand anrief. Sabine ließ es sich nicht nehmen mich zu treffen und kam von Zuhause aus nach. Wir gingen in ein sehr bekanntes Sichuan-Restaurant, welches für seine scharfe Küche bekannt ist. Nachdem wir bestellt hatten und die Gerichte kamen, begannen wir sofort mit dem Essen. Als Sabine anrief, holte ich sie am Eingang ab. Diese sah ebenso blendend wie Heidi aus und hatte auch deutlich abgenommen. So waren Siggi und ich mit zwei chinesischen Schönheiten unterwegs. Unsere Gespräche dauerten lange und die Zeit verflog wie im Nu. Siggi und ich bezahlten die Rechnung, obwohl sich Heidi sehr stark dagegen wehrte, weil sie uns einladen wollte. Glücklicherweise war ich mit dem Heraussuchen des Geldes schneller.
Als wir uns auf den Heimweg machten, war es bereits nach 22 Uhr. Wir schlenderten gemütlich zur U-Bahn und zum Bus, weil Sabine und Heidi ja irgendwie nach Hause kommen mussten. Derweil unterhielten wir uns weiter auf Deutsch. An der U-Bahnhaltestelle angekommen ließen wir noch 2 Abschiedsfotos von uns vieren machen, bevor wir Sabine verabschiedeten.


Anschließend brachten wir Heidi zum Bus und liefen, nachdem sie eingestiegen war, vom Bus gemütlich zurück zum Hotel. Um Mitternacht zurück im Hotel funktionierte unsere Zimmerkarte nicht mehr, also ließ ich diese unten erneut freischalten. Danach tranken wir beide jeweils eine Flasche Bier auf den wunderschönen Abend mit Heidi und Sabine. Ich freue mich schon jetzt auf das nächste Wiedersehen mit den beiden. Gegen halb eins legten wir uns schlafen, schließlich steht morgen unser Umzug zu Arnaud bevor.

Dienstag, 10. April 2012

Dienstag, den 10.04.2012 – BeiJing Tag 6: BeiHai Park und Treffen mit ShaoYan

Morgens schliefen wir mal wieder bis 8 Uhr und gegen 9 Uhr saß Siggi bereits unten am Buffet. Der Kaffee war dünn, weswegen er mehrere davon trank und zudem war die Essensauswahl auch nicht mehr die Größte. Daher beschloss Siggi für den nächsten Tag früher zum Frühstück zu erscheinen. Ich rief derweil meine E-Mails ab und schaute mehr zufällig in meine Arbeits-E-Mails. Heute Morgen war das Internet immerhin deutlich schneller als gestrigen Abend. Als ich durch alle privaten E-Mails durch war und die von der Arbeit durchguckte, traf mich ein Schock. Ich hatte mich nicht rechtzeitig für das Doctoral Symposium auf der diesjährigen ICSE2012 angemeldet und damit war meine Veröffentlichung von der Veröffentlichungsliste gestrichen! Nachdem ich mich geärgerte hatte, versuchte ich anschließend alles Mögliche in die Wege zu leiten, damit es vielleicht doch noch mit der Reise zur Konferenz nach Zürich klappt. Nachdem ich meinen Betreuer Matthias angeschrieben hatte, folgte ich meinem Gefühl und schrieb zusätzlich die beiden Verantwortlichen der ICSE per E-Mail an. Danach hieß es abwarten, weil es aufgrund der Zeitverschiebung in Deutschland gerade mal 3-4 Uhr morgens war.
Also packten wir kurzerhand unsere kleinen Reiserucksäcke und gingen los. Ich aß mir um die Ecke des Hotels ein paar Baozi, die ich mit 6 ¥ zwar etwas teuer, aber dennoch lecker fand. Danach spazierten wir durch ein paar Hutongs zum nördlichen Teil der Verbotenen Stadt hoch, wo wir zunächst in den gegenüber der Verbotenen Stadt liegenden Jingshan-Park gingen.


Der Eintritt war mit 2¥ sehr günstig und lohnte sich.




Vom höchsten Punkt im JingShan-Park bot sich uns eine tolle Übersicht auf die Verbotene Stadt, den BeiHai-Park mit seiner weißen Stupa sowie die Nord-Süd-Achse, auf der der Trommelturm und der Glockenturm liegen.




Von dort gingen wir in Richtung BeiHai-See weiter und an diesem vorbei weiter bis zum HouHai-See hoch.


Als wir in eine Hutong-Straße einbogen, kaufte ich mir dort eine Art Pfannkuchen für 4¥. Der war im Gegensatz zu den Baozi vom Morgen sehr günstig und füllte auch deutlich mehr meinen Magen. Zudem erinnerte er mich sehr stark an meine Zeit in BeiJing, als ich diesen auch immer wieder gerne gekauft und gegessen hatte. Während der Umrundung des HouHai-Sees und kamen wir an einer Statue vorbei, die einen älteren Mann in einer Tai-Chi-Pose darstellte. Siggi ließ es sich nicht nehmen, ein paar Tai-Chi-Übungen neben dieser zu machen und wurde dabei direkt von einem Chinesen fotografiert.




Einmal den HouHai-See umrundet waren wir zurück am nördlichen Eingang des BeiHai-Parks und kauften uns zwei Tickets für diesen. Unser erster Besichtigungspunkt sollte die 9-Drachenmauer sein, an der bis auf zwei Pärchen keine Besucher waren. Damit konnte ich die 9-Drachenmauer ohne Probleme komplett abfotografieren, was ich schon immer mal machen wollte.




Siggi meinte nur, dass wir diese ja bereits gesehen haben. Das ist richtig und wiederum nicht so ganz. Wir hatten eine kleine Version dieser Mauer bei unserem Besuch in PingYao gesehen, wo ich ihm von dieser großen 9-Drachenmauer erzählt hatte. Anschließend gingen wir weiter zur Hauptattraktion des Parks der weißen Pagode.





Diese war von nahem genauso schön wie von weitem anzusehen und auch an dieser Stelle waren nur wenige Leute unterwegs.




Nachdem wir alles soweit erkundet hatten und Siggi eine Pause im Hotel gebrauchen konnte, fuhren wir mit dem Bus in die Nähe unseres Hotels und waren gegen 16 Uhr zurück. Dort nahm ich sofort mit Matthias Kontakt auf, der sich bereits des Veröffenlichungsproblems angenommen hatte. Er hatte mehrmals versucht entsprechende Personen telefonisch zu erreichen, jedoch leider ohne Erfolg. Außerdem entschuldigte er sich bei mir, dass wir beide diese Frist übersehen hatten. Tja, nun blieb nur noch zu hoffen, dass alles ein gutes Ende nehme wird und ich doch noch meinen Froschungbeitrag veröffentlichen kann. Im Zimmer ruhten wir uns beide aus, weil wir abends mit ShaoYan verabredet waren.
Ich hatte uns einen Wecker gestellt, damit wir nicht verschliefen und dieser klingelte gegen 18.30 Uhr. Als ich gerade im Bad verschwunden war, bemerkte Siggi, dass draußen ein richtig heftiger Regenschauer niederging. Zum Glück hatte ich meine zum Trocknen nach draußen gehangenen Socken wenige Minuten zuvor reingeholt. Für uns war das der erste Regenschauer seit unserer Ankunft in China und von daher waren wir bisher ohne Regenschirm ausgekommen. Im Gegensatz zu mir war Siggi natürlich bestens ausgestattet, da er eine Regenjacke eingepackt hatte. Durch meine BeiJing-Erfahrung war ich mir jedoch sicher, dass dieser Schauer nur von kurzer Dauer sein konnte. Als wir dann nach XiDan aufbrachen, kamen nur noch wenige Regentropfen herunter. Um den doch recht weiten Weg schnell zu überbrücken, nahmen wir für 0,4¥ gemütlich den Bus nach XiDan. Die U-Bahn hätte für die eine Station ganze 2¥ gekostet. Am verabredeten Apple-Store kamen wir pünktlich um 19 Uhr an, wo ShaoYan bereits auf uns wartete. Wir sahen uns schon von weitem und das lang ersehnte wiedersehen war damit endlich geglückt. Ich freute mich riesig, ShaoYan nach so langer Zeit endlich wiederzusehen und drücken zu können und Siggi freute sich ebenso.
Vom Apple-Store aus gingen wir drei in der danebenliegenden Mall im 5. Stock in ein Taiwanesisches Restaurant, in denen wir uns leckere Gerichte aussuchten. Yan sagte mir mehrmals, dass sie nicht viel essen werde, schließlich müsse sie abnehmen. Auch dieses Mal sagte ich ihr, dass es Quatsch wäre, denn so wie sie aktuell sei, sähe sie toll aus. Siggi sagte ihr auch mehrere Male das Gleiche, doch sie hatte da ganz ihren eigenen Kopf. Nachdem Siggi und ich bezahlt hatten, verließen wir zwischen 21 und 22 Uhr das Restaurant. Yan fuhr uns mit ihrem Auto sicher zum Hotel zurück. Wir beide finden, dass sie sehr gut Auto fährt. Ich meine mich daran erinnern zu können, dass sie einmal sagte, dass ihr Auto klein sei. Ich fand es jedoch recht geräumig. Am Hotel verabschiedeten Siggi und ich uns von Yan und ich freute mich schon jetzt auf den kommenden Sonntag, wo ich Yan und vielleicht auch ihre Familie wiedersehe. Im Hotel tranken Siggi und ich auf unseren schönen Tag jeweils zwei Bier, die wir auf dem Rückweg vom BeiHai-Park im kleinen Supermarkt um die Ecke gekauft hatten und gegen Mitternacht gingen wir dann schlafen. Zum Schreiben des Blogs hatte ich keine Lust mehr.

Montag, 9. April 2012

Montag, den 09.04.2012 – BeiJing Tag 5: Treffen mit Bill

In der Nacht wachten sowohl Siggi als auch ich immer wieder auf, so ungefähr im 2-Stundenrhythmus. Dennoch fühlten wir uns morgens, als wir in BeiJings Südbahnhof ankamen, einigermaßen frisch und fit. Ich freute mich, dass das U-Bahnnetz mittlerweile so gut ausgebaut ist und es auch an diesem Bahnhof eine U-Bahnanbindung gibt. Es ersparte mir Zeit, mich nach passenden Busverbindungen umzugucken. Bei McDonald’s kaufte ich Siggi seinen morgendlichen Kaffee, während ich nach Übernachtungsmöglichkeiten in BeiJing herumtelefonierte. Schließlich wollten wir Arnaud nicht zu viel belästigen. Die Preise in BeiJing waren jedoch gewaltig. Unter 200¥ gab es kein Doppelbettzimmer mit integriertem Bad, außer wir würden erneut eine öffentliche Dusche sowie ein öffentliches WC akzeptieren. Siggi wollte jedoch nach dem letzten Hotel endlich einmal wieder ein eigenes Bad auf dem Zimmer haben. Letztendlich gingen wir in die Jugendherberge neben der verbotenen Stadt. Ich hatte am Telefon einen Preis von 220¥ verstanden, doch vor Ort lag der Preis plötzlich bei 240¥. Wir nahmen das Zimmer für den Preis, weil Siggi meinte, wir könnten uns ja mal etwas gönnen. Ich fand den Preis zu teuer, sagte aber nichts. Ich kann Siggi verstehen, dass er keine Lust hat, noch weiter nach einer anderen Übernachtungsmöglichkeit zu gucken. Also bezahlten wir für 3 Nächte mal eben 820¥ inklusive einer Kaution von 100¥.
Nachdem wir unsere Rucksäcke im Hostel zwischengelagert hatten, weil unser Zimmer noch nicht beziehbar waren, rief daraufhin kurz unsere E-Mails ab und anschließend zogen wir los. Ich wollte Siggi meine alte Firma Vanceinfo zeigen, wo ich 2007 bis 2008 ein Jahr gearbeitet hatte. Vor allem wollte ich dort ganz bestimmte Leute besuchen, die evtl. noch vor Ort arbeiten. Heidi rief ich auf dem Weg zu VanceInfo an, doch diese hatte heute leider keine Zeit, sodass wir uns für Mittwochabend zum Essen verabredeten. In Xi‘ErQi angekommen hat sich vieles verändert. Die Bahnhaltestelle wurde um ca. 100 Meter verlegt, weil Xi’ErQi nun eine Transferstation für eine weitere U-Bahnlinie in den Norden ist. Die alte Station existiert zwar noch, war jedoch inaktiv. Bei meiner alten Firma angekommen, erkundigte ich mich nach Bill und Tom, doch diese Namen kannte man dort nicht. Na klar, es sind ja auch nicht die chinesischen Namen, sondern selbstgegebene englische Namen. Ich hatte also keine Ahnung, wie ich überhaupt an diese Personen rankommen sollte. Ich hatte weder eine E-Mail-Adresse noch eine Mobiltelefonnummer von den beiden mit. Tom war mir nicht so wichtig, aber Bill wollte ich auf jeden Fall wiedersehen, da er mir in meinem Auslandsjahr ans Herz gewachsen war. VanceInfo besaß im gleichen Teil des Gebäudes nur in der 3. Etage eine weitere Abteilung, in der damals Tom und Bill gesessen hatten. Dort wollte mein Glück versuchen. Auf dem Weg zum Treppenabgang fand ich am Ende des Korridors eine weitere Tür zu Arbeitsräumen vor, die für mich neu war. Als einen Blick hinein warf, traute ich meinen Augen nicht, denn da saß Bill und unterhielt sich mit jemandem.
Ich war überglücklich Bill dort sitzen zu sehen und er konnte es ebenso wenig fassen wie ich, mich nach so langer Zeit plötzlich in China zu sehen. Nachdem Siggi und ich 10 Minuten auf Bill gewartet hatten, gingen wir gemeinsam Essen. Bill suchte viele lecker Sachen aus und bestellte drauflos. Nachdem wir Bill auch nach Getränken fragten, kamen im Nu noch 3 Bier dazu. Das Essen war wirklich lecker und nicht gerade günstig. Zwischenzeitlich kam eine Rechnung von ca. 280¥ am Tisch an und Bill bestellte noch ein weiteres Gericht sowie 3 weitere Biere. Wenn wir tranken, leerten Bill und ich immer sofort unsere Gläser. Glücklicherweise waren es nur kleine Gläser und das Bier hat nicht so viele Umdrehungen wie bei uns in Deutschland. Ansonsten wäre ich wirklich schnell betrunken gewesen. Als ich die Rechnung bezahlen wollte, setzte sich Bill vehement zur Wehr. Ich konnte ihn nicht davon abhalten, die Rechnung zu bezahlen. Nach diesem wirklich fantastischen Mittagsessen brachten wir Bill zurück zur Arbeit, wo er mir noch etwas zu trinken mit auf den Weg gab.


Im Gebäude direkt um die Ecke befand sich ein weiteres von VanceInfo bewohntes Gebäude, in dem nach meinem Wissensstand Sarah vorzufinden sein sollte. Diese war jedoch gerade nicht vor Ort, sodass Siggi und ich zum dritten VanceInfo-Gebäude, in dem ich damals als Tester für VMware-Projekte gearbeitet hatte, gingen. Auf dem Weg dahin, guckte ich, ob das damalige YunNan-Cousin-Restaurant noch existierte. Fehlanzeige. Im anderen Gebäude angekommen hatte ich leider auch Pech. Sarah und Sabine waren beide leider nicht anzutreffen. Sabine schon alleine deswegen nicht, weil sie seit ca. einer Woche den Job bei VanceInfo gekündigt hatte, was ich von der neuen Projektleiterin erfuhr. Also fuhren wir mit einem Zwischenstopp bei der Bank, um neues Geld zu holen, mit dem Bus nach ZhongGuanCun.
ZhongGuanCun ist für sein Elektronik- und Zubehörangebot sehr bekannt. Daher wollte ich eine Laptoptasche für Anitas Netbook, einen USB-Stick zur Datensicherung und einen SD-Kartenleser – mein letzter wurde in Indien gestohlen – einkaufen. Die Netbook-Tasche haben wir für 10¥ bekommen, den SD-Kartenleser für 5¥ und den USB-Stick mit 16 GB Speicherplatz für 60¥. Der Kauf von letzterem war wohl kein gutes Geschäft für die beiden Damen. Sie schienen nach dem Kauf geknickt, haben jedoch bei der Übergabe des Geldes nichts gegen den Kauf gesagt, sodass damit das Geschäft wirksam war. Der USB-Stick hat für uns größte Bedeutung, weil die Festplatte von Anita Problem macht und ich Sorge habe, dass die Festplatte bald ganz den Geist aufgibt und die ganzen Bilder sowie der Blog damit weg sind. Zum Abschluss unseres ZhongGuanCun-Besuchs suchte ich noch nach einem Akku für meine Kamera, musste aber mit Bedauern feststellen, dass sich in den Ebenen, wo 2008 noch allerhand Computersachen, Akkus und Werkzeug verkauft wurden, nun ausschließlich Mobiltelefonverkaufsstände befinden. Nach einer umfangreichen Suche fand ich einen kleinen Laden mit Akkus, der mir für 80¥ einen Akku für meine Kamera anbot. Das war mir in diesem Fall zu teuer und so beendeten wir unseren Einkauf in ZhongGuanCun.
Von ZhongGuanCun aus wollten wir, vielmehr ich, zum Olympiastadion fahren. Ich bemerkte aber, dass Siggi keine Lust mehr dazu hatte und sich außerdem die Zeit langsam der 18 Uhr näherte. Daher änderte ich meinen Plan und fuhr mit Siggi sofort zu unserem Hostel. Am TianAnMen-Ost angekommen sollte bald die Parade zum Flaggeneinholen stattfinden. Da Siggi das hier in BeiJing noch nicht gesehen hatte, machten wir einen kurzen Abstecher zum TianAnMen-Platz. Dabei wurden wir zwei Mal kurz hintereinander von jungen Mädels angesprochen, ob wir neu in BeiJing wären, und nicht Lust hätten, gleich mit ihnen etwas trinken zu gehen. Da uns beiden diese Masche bekannt war, lehnten wir freundlich dankend ab und wurden sie so nach kurzer Zeit auch wieder los. Nachdem die Flagge erneut erfolgreich gesichert in die verbotene Stadt getragen wurde, machten wir uns auf dem Weg zurück ins Hotel und kauften unterwegs jeweils ein Bier für 4¥. Die WangFuJing lag quasi auf dem Weg und dort herrschte wieder reges Treiben, sodass ich Siggi die vielen Essenständen an der WangFuJing zeigte. Siggi war faszinierend von der Essensvielfalt, die dort angeboten wurde. Dennoch aßen wir von allem nichts, weil ich darauf zum einen keinen Appetit hatte und es zum anderen auch überteuert war. Im Hostel stellten wir unsere Bierflaschen ab und ruhten uns etwas aus. Bevor wir uns zum Abendessen begaben, sicherte ich die Bilder, Videos und den Blog auf den gekauften USB-Stick.
Anschließend zogen wir zum Abendessen los. Nicht weit entfernt gab es ein kleines Restaurant, das günstig aussah und auch auf der Speisekarte keine teuren Gerichte aufwies. Das Bier kostete laut Karte 8¥ und so bestellten wir 3 kleine Gerichte und 2 Flaschen Bier dazu. Als Siggi bezahlen wollte, bekam er eine Rechnung über 82¥. Unsagbar teuer! Ich wunderte mich, warum es so teuer war und hakte nach. Der Restaurantbesitzer hat uns angeblich Bier verkauft, das nicht auf der Karte steht und 20¥ pro Flasche kostet! Wucher! Das war bisher das teuerste Bier, das wir je in China getrunken haben. Ich war empört, weil wir gerade verarscht wurden und ich nicht wusste, wie ich mich wehren sollte. Dem Restaurantbesitzer schien das nichts auszumachen und er bestand darauf, dass die Rechnung bezahlt wurde. Auf der einen Seite spart man und dann, wenn man nicht aufpasst und nicht nach jedem kleinsten Detail ausführlich fragt, schmeißt man das Geld wieder zum Fenster raus. Bisher haben wir in China ja nur nette Leute getroffen, aber der Typ hatte es in sich. Wir bezahlten freundlich lächelnd und damit hatte er uns das letzte Mal gesehen.
Nach diesem schlechten Erlebnis gingen wir noch einmal über die WangFuJing, auf der Suche nach einem Kaffee- und Frühstücksladen für Siggi. Mit McDonald’s wurden wir, so glaube ich, für Siggi fündig. In einem Laden fragte ich noch nach Bananen für Siggi und mich, die mir jedoch mit 8¥ für 500 Gramm viel zu teuer waren. Im kleinen Supermarkt neben dem Hotel kosteten diese pro 500 Gramm lediglich 3¥. Wir kauften 4 Bananen und gingen ins Hotel zurück, wo ich beim Empfang das sehr langsame Internet nutzte und den Blog aktualisierte, während Siggi sich aufs Zimmer begab.
Als ich wieder im Zimmer ankam erzählte mir Siggi, dass der Haarfön nicht funktioniert und das Wasser warm, aber nicht heiß ist. Ich fand den Preis von 240¥ für das Zimmer teuer, da wir bereits bessere Hostels kennenlernen durften, deren Ambiente bei günstigerem Preis um ein vielfaches besser war. Ich hätte am liebsten sofort das Hostel gewechselt, aber ohne eine gute Alternative war das keine gute Idee. In einer Reisegemeinschaft muss man sich eben einigen können und Kompromisse eingehen. Ich bin wohl recht rebellisch, wenn es um schlechte Erfahrungen geht. Siggis Rat alleine zu reisen, ist für mich eine gute Option, weil ich mich so nicht nach anderen Leuten richten muss und damit viel flexibler bin. Zum Schluss schrieb ich noch den Blog für den heutigen Tag, wusch ein paar meiner Sachen aus und legte mich anschließend hin. Für Siggi hatte ich vor dem Schlafengehen immerhin noch eine gute Nachricht, nämlich dass das Frühstück im Hotel für ein Iss-So-Viel-Du-Kannst-Buffet 20¥ kostet. Da ist dann definitiv mehr als ein Kaffee für Siggi drin.

Sonntag, 8. April 2012

Sonntag, den 08.04.2012 – SuZhou Tag 3

Gegen 6 Uhr morgens wachte ich auf und konnte nicht mehr schlafen. Also döste ich bis 8 Uhr vor mich hin und schaltete den Wecker direkt aus, als ich der Alarm den ersten Klingelton von sich gab. Eine Viertelstunde später standen Siggi und ich letztendlich auf und wir beide machten Morgensport, der uns gut tat. Anschließend packten wir unsere Sachen und lagerten diese an der Rezeption des Hotels in einem Nebenraum zwischen. Von dort aus gingen wir wie die letzten beiden Tage in die Panami-Bäckerei und gönnten uns beide einen Kaffee. Siggi kaufte sich wieder ein kleines Gebäck und verwarf damit die Aussicht auf die gestern angesprochene Nudelsuppe. Schließlich meinte er, dass sein Bauch so dick und aufgequollen sei und er etwas dagegen tun wolle. Außerdem wollte er sich nicht wieder überessen, wie es hin und wieder bei unseren Mahlzeiten passiert.
Da ich zur Nördlichen Tempel-Pagode wollte, nahmen wir für ein paar Haltestellen den Bus. Weil ich mich mit der Ausstiegshaltestelle vertat, stiegen wir leider zu früh aus und mussten deshalb noch ein ganzes Stückchen laufen. Ich übersprang das Frühstück, da ich die Zeit eher für die Besichtigung der tollen Pagode und des Tempelgeländes nutzen wollte. Nachdem ich uns beiden zwei vergünstigte Eintrittskarten gekauft hatte, betraten wir das Pagodengelände. Dabei war die Pagode nicht zu übersehen.


Anschließend stiegen Siggi und ich in der Pagode gemütlich eine Etage nach der anderen nach oben, bis wir im 8. Stock der Pagode ankamen. Nach der chinesischen Zählung ist es das 9. Stockwerk. Von oben hatten wir eine fantastische Aussicht über SuZhou und genossen zudem das angenehme Wetter bei einer leichten Brise Wind.



Wieder im Erdgeschoss der Pagode angekommen, besichtigten wir noch gemütlich den Rest der Tempelanlage und den kleinen Park mit großem Teich.



Vor dem Tempelgelände kaufte ich mir einen kleinen Snack für unterwegs und weiter ging es zum Lingering Garden. Auf dem Weg dahin fragte ich an einer Haltestelle ein junges Mädchen nach dem Weg, die daraufhin ihren Opa ansprach. Der erklärte uns auf sehr freundliche Weise den Weg und ließ ihn mir auch noch aufschreiben, damit auch ja nichts schief gehen kann. Als er sich nach unserer Herkunft erkundigte und fragte, ob Siggi mein Vater wäre, erklärte ich ihm, dass er mein Freund und Judolehrer ist und zudem auch noch Tai-Chi könne. Das nahm der Opa zur Aufforderung mit Siggi Pushing Hands zu praktizieren, woran er merkte, dass ich die Wahrheit sprach. Von der Haltestelle aus liefen wir weiter in Richtung westliches Tor und kamen dabei durch eine kleine mit Kleinläden durchzogene Straße, die uns eine andere Seite von China zeigte. Nämlich nicht nur riesige Gebäude und Hochhäuser, sondern ganz im Gegenteil das einfache Leben, das fernab der Großstadt existiert, was Siggi und mir sehr gefiel.


Als wir endlich im Lingering Garden ankamen, führte ich Siggi durch den dezenten Garten hindurch. Die erste Attraktion im Garten war eine Frau auf einem Boot, die auf einer chinesischen Laute spielte und dazu sang. Siggi war fasziniert.


Leider herrschte im Garten ein reges Treiben durch viele chinesische Reisegruppen, sodass man das Schauspiel nicht in vollem Maße genießen konnte. Nach der Aufführung gingen wir im Garten weiter umher und kamen auch an ruhigere Stellen.




Als ich die 2. Aufführung hörte, bei der ein Mann und eine Frau auf einer Laute spielen und dazu abwechselnd singen, leitete ich Siggi zurück zum kleinen Teich, wo wir uns auch diese Aufführung anguckten. Dabei genossen in Ruhe ein paar Keksen.



Bevor die Aufführung zu Ende war zogen schon weiter, weil ich Siggi auch noch den Rest des Gartens zeigen wollte. Am anderen Ende des Gartens spielte eine Frau in einem kleinen Haus auf einer chinesischen Zither mit 7 Saiten, der wir beide gespannt lauschten. Leider gingen immer wieder Reisegruppen mit Lautsprechern vorbei, sodass die Musik dadurch gestört wurde. Manche Leute, die genau neben dem Raum standen, brüllten zudem draußen rum, was wirklich nicht nett war, aber sagen konnte man dagegen auch nichts. Die Zitherspielerin ließ sich davon jedoch nicht stören. Nachdem wir eine halbe Stunde den schönen Klängen gelauscht hatten, verneigten wir uns beim Rausgehen und die Zitherspielerin nahm unseren Dank an.


Nachdem wir den restlichen Park besichtigt hatten, machten wir an einem ruhigen Platz im Park eine kleine Rast und genossen den leichten Wind sowie das Vogelgezwitscher um uns herum. Beim weiteren Umherwandern bot sich uns in der Nähe des Ausgangs ein kleines Schauspiel, welches der chinesischen Oper ähnelt. Dieses guckten wir uns mit Genuss an. Die Darsteller hatten neben der klaren Stimme auch eine starke Körpersprache. Fantastisch, für all die Aufführungen liebe ich diesen Garten. Jetzt kann ich verstehen, dass dieser Garten aus Sicht der Chinesen ein hochbegehrt ist.





Um die uns verbleibende Zeit sinnvoll zu genießen, ging ich mit Siggi noch einmal zur Zitherspielerin zurück, die in der für uns letzten halben Stunde im Garten noch weitere schöne Stücke spielte. Gegen 16.20 Uhr mussten wir uns dann wirklich vom Garten trennen, schließlich wollten wir vor unserer Abfahrt noch etwas essen.
Wir liefen gemütlich einen für uns neuen Weg zurück und fanden in einem kleinen Restaurant genau die Nudelsuppen, die Siggi mochte. Wir bestellten uns jeweils eine Nudelsuppe und ich gönnte mir dazu noch eine doppelte Portion Jiaozi dazu, damit auch ich einigermaßen satt wurde. In einem Nachbarladen kaufte ich uns 2 Flaschen Bier, da das kleine Restaurant kein Bier hatte. Nach dem sehr gemütlichen Abendessen liefen wir auf meinen Wunsch in Richtung des buddhistischen Ladens, weil ich mir überlegt hatte, doch eine Kette zu kaufen. Aber als ich fast vor dem Laden stand war ich mir nicht sicher, ob ich diese Kette überhaupt anziehen würde und ließ den Kauf bleiben. Im Hotel ruhten wir uns vom vielen Laufen noch eine Runde aus, bevor wir gegen 19.15 Uhr unsere Sachen nahmen und zur Hauptstraße liefen, wo wir mit dem Bus 202 zum Hauptbahnhof von SuZhou fuhren.
Im Bahnhof setzten wir uns in die Nähe des Bahnsteigeingangs und warteten auf die Öffnung des Tors. Ich unterhielt mich derweil mit einem Bahnangestellten neben uns, der uns kurz vor Ankunft des Zuges, das Tor neben uns öffnete, sodass wir, die beiden Ausländer, vor allen anderen zum Bahnsteig gehen konnten. Das war spannend und interessant zugleich. Wir freuten uns, auch wenn wir mit dieser Aktion an genau das für uns falsche Ende des Zuges liefen. Schließlich war unser Treppenabgang am Waggon 1 und unsere Tickets galten für den Waggon 16. Im Zug fanden wir schnell unsere Plätze und nachdem ich meinen Blog aktualisiert hatte und die Lichter gelöscht waren, versuchten wir so gut wie möglich zu schlafen.

Samstag, 7. April 2012

Samstag, den 07.04.2012 – SuZhou Tag 2

Gegen ca. 6 Uhr waren Siggi und ich plötzlich hellwach, weil mein Rucksack vom Nachtisch gesegelt war. Glücklicherweise war das genau zu dem Zeitpunkt passiert, als wir beide dem stillen Örtchen einen Besuch abstatten mussten. ^^ Das Bier treibt ja schon ganz ordentlich. Anschließend schliefen wir bis 8 Uhr weiter, bis letztendlich mein Wecker klingelte. Wir beide waren zu faul zum Aufzustehen und dösten daher weiter vor uns hin. Dennoch führte kein Weg am Aufstehen vorbei und so gingen Siggi und ich, nachdem wir kurz unsere Wäsche gewaschen und aufgehängt hatten, wieder in die Panami-Bäckerei. Siggi genoss wieder seinen Kaffee und holte sich einige Teilchen zum Frühstück. Ich holte mir dieses Mal einen Mix-Tee, der leider wie der gestrige Milchshake auch nur lauwarm war.
Danach wollten wir zur Hauptstraße gehen, um dort einen Bus zum Lion Forest Garden zu nehmen. An der Kreuzung lag die Haltestelle jedoch links von uns und der Garten lag in Richtung rechts. So liefen wir nach rechts in Richtung Garten, wo ich nach kurzer Zeit plötzlich an einem Geschäft stehen blieb, da es hier ein chinesisches Frühstück gab. Siggi meinte, dass ich Essen auf viele Meilen und sogar gegen den Wind rieche. Ich hatte Hunger, also gingen wir rein. Uns beiden bestellte ich jeweils eine leckere Nudelsuppe einmal mit Rind- und einmal mit Hühnerfleisch sowie fünf Baozi. Siggi und mir schmeckte das Frühstück so gut, sodass wir beschlossen, morgen wieder zum Frühstück hierherzukommen. Nach dem leckeren Frühstück bahnten wir uns über einige Seitenstraßen den Weg zum Lion Forest Garten. Eine Seitenstraße lag direkt an einem Kanal und hier herrschte reges Treiben.


Am Garten angekommen, kaufte ich uns Eintrittskarten und wir betraten den Garten. Ich kannte den Garten bereits von meinem letzten Besuch in 2008, als während meines Besuchs abends ein großes Unwetter über den Garten hinweg zog. Der Himmel öffnete einfach seine Schleusen von jetzt auf gleich. Heute hingegen bot sich uns ein traumhaft schönes und sonniges Frühlingswetter mit warmen 20-25 Grad. Bei so einem Wetter lässt sich die Gartenerkundung wahrlich genießen und so ließen wir uns gemütliche zwei Stunden Zeit.








 
Vom Lion Forest Garden liefen wir direkt nebenan durch ein kleines Museum durch und statteten dem großen SuZhou Museum auch einen Besuch ab. Neben dem SuZhou Museum liegt der Humble Administrator‘s Garden als größter von SuZhou‘s Gärten, der unser letztes Ziel für heute sein sollte. Siggi fand diesen Garten sehr beeindruckend, aber gerade weil er so groß ist, tummelten sich hier besonders viele Reisegruppen und Ausländer.





Wir schlenderten ausgesprochen gemütlich durch den Garten und ruhten uns immer wieder aus. Dafür waren die Pavillons mit ihren Bänken ideal. Nachdem wir auch die 2. Hälfte des Gartens erkundet hatten, setzten wir uns erneut in einen der am höchsten gelegenen Pavillons und genossen die verbleibende Zeit bis zur Schließung des Parks. Mit den letzten Leuten drehten wir noch ein paar Runden im Garten, machten hier und da ein paar schöne Fotos und verließen anschließend den Park.






Vor den dem Gartenausgang guckte ich mich in den Verkaufsgeschäfte nach Tassen um, die zwischen 80¥ und 100¥ kosten sollten. Auf dem Rückweg gingen wir gemütlich die kleine Straße neben dem Kanal entlang, die wir auch schon zuvor entlanggekommen waren. Dort kauften wir uns einen kleinen Snack auf die Hand, der aus Ei ummantelt mit einer Teighülle bestand. Sehr lecker und ideal für meinen recht leeren Magen.



Als wir am Ende der kleinen Kanalstraße ankamen, ließen wir uns zum Abendessen in einem Restaurant auf dem Weg zur Hauptstraße nieder. Nach dem Abendessen zeigte ich Siggi noch, wo der Bookworm in SuZhou liegt, in dem ich mich 2008 aufgehalten hatte, um kostenfreies Internet nutzen zu können. Wo wir schon einmal dort waren, rief ich direkt einmal unsere E-Mails ab und antwortete einer Bekannten. Über die Nebenstraße, auf der auch der Bookworm lag, gingen wir zurück. Ebenfalls lag auf dieser Straße ein sehr spiritueller Laden mit einem wunderschönen Buddha.


Wir guckten uns ausgiebig im Laden um und fanden viele tolle Sachen vor. Als wir gehen wollten, bot mir die Verkaufsdame eine Kette an, wie sie ein Junge in XiAn getragen hatte. Kurzerhand hatte ich diese auch schon um meinen Arm und sie passte gut. Woher wusste die Dame, dass ich so eine Kette haben wollte? Das ging mir alles irgendwie zu schnell und so konnte ich mich bei 200¥ zu keinem Kauf durchringen. Ich sagte ihr, dass mir Holzketten mit Gummiband lieber wären, weil ich diese wegen des Judosports einfacher ausziehen könne. Bevor wir uns höflich verabschiedeten, gab die Ladenbesitzerin uns jeweils eine Holzkette als Geschenk mit, die sehr gut zu meinen bereits vorhandenen Holzketten passt. Ins Hotelzimmer kehrten wir mit 2 Flaschen Bier gewappnet ein, die wir während der Blogaktualisierung leerten. Anschließend wurde das Licht gelöscht.