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Montag, 16. April 2012

Montag, den 16.04.2012 - Haarschnitt, Einkaufen, Treffen mit Aisling und Susi, Lama Tempel und Abschlussjudo

Ich hatte meinen Wecker auf 8 Uhr gestellt und sogar das Zimmer verdunkelt, damit ich weder durch das Tageslicht noch durch den Lärm der Bauarbeiter draußen geweckt werde. Doch wachte ich gegen 7 Uhr auf. Da ich nicht mehr schlafen konnte, döste ich vor mich hin, als Siggi plötzlich hereinkam. Er wusste nicht, wann wir heute starten und wie unser Programm für heute aussieht. Daher schaute er bei mir einmal nach dem Rechten. Wo Siggi schon einmal da war, quatschte ich mit ihm ein wenig über den gestrigen Abend mit ShaoYan und las ihm die E-Mails von Anita vor, die ich die Nacht noch empfangen hatte. Außerdem übersetzte ich ihm eine E-Mail einer Bekannten, die uns beide schmunzeln ließ. Gegen kurz vor 8 Uhr trafen wir Arnaud an, der sich kurze Zeit später auf den Weg zur Arbeit machte. Er meinte zum Abschied, dass Clarisse heute zu Hause arbeitet und wir uns nicht wundern sollten.
Wir machten uns gemütlich fertig und verließen gegen 9.30 Uhr das Apartment. Um die Ecke der Ginza-Mall in DongZhiMen fand ich einen Friseur für mich. Dort bekam ich zuerst eine schöne Kopfmassage mit Haare waschen, anschließend einen sehr guten Haarschnitt und abschließend einen weiteren Waschgang für den Kopf. Das alles für sage und schreibe nur 30¥. Einfach klasse. Die Kopfmassage war sehr angenehm und die Haare wurden zügig genau meinem Wunsch entsprechend geschnitten. Ich hatte das Gefühl, dass wir nur wenig Zeit im Friseurladen verbracht hatten, obwohl es doch deutlich länger war, als ich mit geschnittenen Haaren auf die Uhr guckte.


Anschließend gingen wir noch einmal ins Yashow, wo Siggi eine weitere Spange für seine Frau kaufte. Diese handelten wir auf 18¥ runter, obwohl wir sie sicherlich auch für 15¥ bekommen hätten. Doch da heute Zeit eine knappe Ressource war, ließen wir es sein. Nach dem Spangenkauf holte ich im 3.3 meinen Anzug sowie meine Hemden ab und kaufte zusätzlich nach erneuter Verhandlung für 80¥ noch 4 schöne Krawatten dazu.


In Anbetracht der späten Zeit fuhren wir mit dem Bus nach DongSiShiTiao und liefen das kleine Stückchen nach DongZhiMen hoch, um dort pünktlich wie die Maurer Aisling und Susi zum Mittagessen zu empfangen, welche sich knapp 10 Minuten verspäteten. Von DongZhiMen gingen wir gemütlich zu unserem Lieblingsrestaurant, wo wir 4 Gerichte bestellten. Beim Essen unterhielten wir uns sehr viel über XiAn, wo wir uns das erste Mal getroffen hatten, über China, die spanische Heimat der Damen, unsere deutsche Heimat und noch vieles mehr. Zwei Stunden verflogen leider viel zu schnell.
An der U-Bahnhaltestelle DongZhiMen verabschiedeten wir uns gegen 15.30 Uhr von ihnen, weil ich Siggi noch unbedingt den Lama Tempel zeigen wollte. Gesagt getan, fuhren wir mit der U-Bahn zum Lama-Tempel, der bei Ankunft noch exakt eine Stunde geöffnet hatte.



Diese Stunde reichte aus, um Siggi in Ruhe einmal durch den Tempel zu führen.




Ich hatte das Gefühl, dass er von dem 18 Meter hohen Buddha besonders begeistert war.






Vom Lama Tempel aus fuhren wir mit dem Bus zurück nach DongZhiMen und zurück im Apartment packte ich meine Sachen für die morgige Abreise. Anschließend blieben mir genau 5 Minuten Zeit, um mich auf dem Bett auszuruhen. Dann mussten wir auch schon zum Judounterricht aufbrechen.
Da wir knapp dran waren, nahmen wir ein Taxi zum Worker Stadium. Arnaud traf gerade im Dojo ein, als ich mit dem Training beginnen wollte. Mit Arnaud und mir waren wir genau acht Teilnehmer, welche sichtlich Spaß am letzten Training hatten, an dem ich in diesem Jahr in China teilnahm. Einer der Teilnehmer, Marc, machte nicht alle Übungen mit. Er schien mir etwas älter und kam mir so vor, als ob er etwas Besonderes sei. Den gleichen Eindruck hatte ich bereits am Samstag beim Kata-Training von ihm. Nach einem guten Aufwärmtraining und der Einführung in den Ashi-Uchi-Mata, hatten wir nur noch 20 Minuten Zeit zum Kämpfen. Das reichte vollkommen aus, um mehrere Randoris a zwei Minuten direkt hintereinander durchzuführen. Hier merkte ich, wie stark meine Kampfkondition abgenommen hatte. Wenn ich wieder zurück in Deutschland bin, muss ich in Vorbereitung auf die Deutschen Hochschulmeisterschaften 2012 sehr viel für meine Kondition tun.
Nach dem Training war eigentlich angedacht, sich mit einer Bekannten von mir in BeiJing zu treffen, doch bisher hatte sie sich noch nicht auf meine SMS zurückgemeldet. Also gingen Siggi und ich gemütlich zurück ins Apartment und aßen uns auf dem Weg ein letztes Mal 10 Baozi, die sehr lecker schmeckten. Im Apartment verabschiedete sich Clarisse noch kurz von uns, bevor sie sich schlafen legte und bedankte sich außerdem für die weitere Packung Haribos, die wir auf dem Bett hinterlassen hatten. Anschließend rief ich meine E-Mails ab, um zu gucken, ob mir meine Bekannte eine E-Mail geschrieben hatte. Und tatsächlich hatte sie eine E-Mail geschrieben, in der sie sehr traurig klang, weil sie ihren Flug nach BeiJing verpasst hatte. Damit fiel unser Treffen leider aus. Ich beschloss ihr später zurückzuschreiben, da zunächst noch andere Dinge vor der Abreise zu erledigen waren. Also tätigte ich noch einen kleinen Spaziergang nach DongZhiMen und zahlte dort die übrig gebliebenen 500¥ am Bankautomaten ein.
Zurück im Apartment war Arnaud mittlerweile eingetroffen und arbeitete in der Küche. Anschließend erzählte er mir noch ein paar Dinge zu Marc, die sein für mich komisches Verhalten beim Judo erklären, welche ich aber hier nicht aufführen möchte. Marc jedenfalls scheint es beim Judo auf Arnaud abgesehen zu haben, da er Arnaud und nur Arnaud immer wieder zum Randori herausfordert. Vor allem jetzt, wo Arnaud noch große Probleme mit seinem operierten Knie hat und vom Arzt das Verbot zum Kämpfen hat, da fordert Marc Arnaud noch mehr heraus. Und das lässt sich Arnaud natürlich nicht bieten und weil Arnaud ein sehr guter Kämpfer ist, gibt er Marc beim Randori nicht den Hauch einer Chance. Nach unserem kleinen Gespräch verabschiedete sich Arnaud von Siggi und mir und ging ins Bett. Anschließend ließen sich Siggi und ich in der Küche bei einer Banane und einem Bierchen nieder. Bei unserem Bierchen antwortete ich meiner Bekannten ausführlich auf ihre E-Mail und versuchte sie ein wenig zu beruhigen und aufzuheitern. Dann gingen Siggi und ich gegen kurz nach Mitternacht ins Bett und ich stellte meinen Wecker auf 4.15 Uhr.

Mittwoch, 11. April 2012

Mittwoch, den 11.04.2012 – Olympia-Stätte, Shopping und Treffen mit Heidi und Sabine

Der Wecker klingelte heute Morgen um 7 Uhr. Das Regenwetter war komplett abgezogen und draußen war es im Gegensatz zu den vergangenen Tagen frisch. Siggi ging um 8 Uhr runter zum Frühstück, das dieses Mal in den benachbarten größeren Raum verlegt wurde. Während Siggi frühstückte, prüfte ich meine E-Mails und trank gemütlich den Tee vom Zimmer. Ich war überglücklich, als ich die positive Nachricht einer Ausnahmebehandlung bezüglich meiner Veröffentlichung las. Ich darf nun doch nach Zürich in die Schweiz fahren. Mit einem guten Gefühl im Bauch schrieb ich noch kurz eine E-Mail an eine Bekannte und las Siggi die an ihn gerichtete E-Mail von Anita vor, worüber er sich freute.
Anschließend packten wir unsere Sachen und fuhren mit der U-Bahn in den olympischen Park bzw. sogar etwas nördlich davon, wo es einen neu angelegten Park gab, den ich noch nicht kannte.




Von dort aus schlenderten wir gemütlich über das olympische Gelände bis zum 4. Ring und standen zwischenzeitlich für Fotos Modell. Siggi wiederholte erneut, dass so immer ein Teil von uns in China bleibt.




Am 4. Ring nahmen wir für 3 Haltestellen den Bus, damit ich dort in einer kleinen abseitsgelegenen Shopping-Mall ein paar Sachen einkaufen konnte. 2008 wurde diese kleine Shopping-Mall angeblich wegen der Olympiade geschlossen, wo ich vorher noch zwei Pullover zu einem günstigen Preis erstanden hatte. Als wir dort ankamen, war nur noch die Hälfte der dort verfügbaren Plätze mit Geschäften belegt. Dennoch wurde ich dort mit 10 Socken für 25¥ und 3 neuen Unterhosen für 50¥ fündig. Von dort fuhren wir mit dem Bus 113 nach ShaoYaoJu, wo ich 2007-2008 wohnte und zeigte Siggi die Umgebung. Unterwegs kaufte ich mir, wie konnte es anders sein, nebenbei etwas zu Essen auf die Hand.
Von ShaoYaoJu aus liefen wir bis zur 3. Ringstraße und nahmen dort einen Bus in die Nähe von SanLiTun. Ich vertat mich in der Wahl der Ausstiegshaltestelle und somit stiegen wir mindestens eine Haltestelle zu früh aus. Deswegen liefen wir, um in Richtung 3.3 in die Bargegend vom Stadtteil SanLiTun zu kommen, zunächst durch das Botschaftsviertel. Im 3.3 einem weiteren Einkaufsgebäude, wo ich 2008 den einen oder anderen Anzug schneidern ließ, gab es meinen Schneider leider nicht mehr. Also suchte ich mir einen neuen Schneider. Ich fragte in einer der hinteren Ecken einen recht kleinen Schneiderladen nach dem Preis für einen einfachen Anzug. Man nannte mir 1.000¥ für den Anzug und 100¥ für ein Hemd. Das war natürlich Verhandlungsbasis. Vor vier Jahren nannte man mir die gleichen Preise und die hatte ich nicht vergessen. Also schien sich an den Preisen nichts geändert zu haben. Nach abschließender Verhandlung bekam ich für einen Preis von 1.000¥ 3 Hemden und einen Anzug. Geht doch. Nachdem meine Körpermaße gemessen wurden und die Stoffe ausgewählt waren, verließen wir den Schneider und ich zeigte Siggi die Bargegend, in der ich mich in meinem Auslandsjahr in China viel aufgehalten hatte. Dabei stellte ich fest, dass sich die Bargegend sehr verändert hatte. Zwei der drei Bars, in denen ich recht häufig feierte, existierten nicht mehr und das Shooters war auf unbestimmte Zeit geschlossen.
Auf der Suche nach einem Tätowierer wurden wir in SanLiTun fündig. Der erste Laden war geschlossen und sah nicht sonderlich sauber aus, sodass wir uns weiter umguckten. Kurze Zeit später fanden wir einen Hauseingang weiter in einen sehr sauberen und ordentlichen Tätowierladen, in dem ein junger Mann hinter seinem Schreibtisch saß. Für das Tattoo eines Drachen, das Siggi haben wollte, verlangte der Tätowierer 500¥ und Siggi fand den Preis vollkommen in Ordnung. Also machten wir, nach Anzahlung von 100¥, einen Termin für den nächsten Tag um 11 Uhr aus. Bis dahin wollte er uns einen Drachenvorschlag vorlegen. An dieser Stelle sei erwähnt, dass der Tätowierer kein Englisch sprach und die ganze Kommunikation auf Chinesisch ablief. Vom Tätowierer liefen wir 5 Minuten zum Einkaufszentrum Yashow, wo Siggi über die Einkaufsmöglichkeiten, die sich uns boten, sichtlich freute. Weil wir jedoch nicht so viel Zeit hatten, schauten wir uns zunächst auf den einzelnen Etagen um. Unser bzw. vielmehr mein Plan war es, am Donnerstag, nachdem wir unsere Sachen bei Arnaud abgelegt haben, hier einkaufen zu gehen. Immerhin fanden wir bei unserer Erkundung die meisten Sachen, die wir später kaufen wollten, wie Buddha-Statuen, Schals, Broschen und Klamotten. Auf dem Weg aus dem Einkaufshaus wurde Siggi plötzlich in der 2. Etage von einer jungen Chinesin von hinten mit den Worten: „Ich kenne dich. Ich mag dich!“, auf Deutsch angesprochen. Siggi war überrascht, wer ihn denn in China kennen würde, wo er doch noch nie in China war. Siggi erwiderte daraufhin freundlich: „Ich mag dich auch, aber ich bin etwas zu alt für dich.“ Wir hatten das Gefühl, dass sie das nicht verstand. Und so war es auch, da sie lediglich durch Unterhaltungen mit Deutschen ca. drei Sätze auf Deutsch gelernt hatte.
Von Yashow aus liefen wir zur U-Bahnhaltestelle DongSiShiTiao und nahmen die U-Bahn Linie 2 und 1 bis XiDan, wo wir abends mit Heidi, die kurz nach uns ankam, verabredete waren. Ich freute mich riesig, sie nach so langer Zeit wiederzusehen und bemerkte direkt, dass sie starkabgenommen hatte, was ihr ausgezeichnet stand. Sie erzählte mir von ihrer neuen Firma, nachdem ich Siggi und Heidi einander vorgestellt hatte, und erwähnte dabei, dass Sabine auch bald in ihrer Firma anfangen werde. Ich fragte, warum Sabine nicht auch zum Essen kommt, woraufhin Heidi diese kurzerhand anrief. Sabine ließ es sich nicht nehmen mich zu treffen und kam von Zuhause aus nach. Wir gingen in ein sehr bekanntes Sichuan-Restaurant, welches für seine scharfe Küche bekannt ist. Nachdem wir bestellt hatten und die Gerichte kamen, begannen wir sofort mit dem Essen. Als Sabine anrief, holte ich sie am Eingang ab. Diese sah ebenso blendend wie Heidi aus und hatte auch deutlich abgenommen. So waren Siggi und ich mit zwei chinesischen Schönheiten unterwegs. Unsere Gespräche dauerten lange und die Zeit verflog wie im Nu. Siggi und ich bezahlten die Rechnung, obwohl sich Heidi sehr stark dagegen wehrte, weil sie uns einladen wollte. Glücklicherweise war ich mit dem Heraussuchen des Geldes schneller.
Als wir uns auf den Heimweg machten, war es bereits nach 22 Uhr. Wir schlenderten gemütlich zur U-Bahn und zum Bus, weil Sabine und Heidi ja irgendwie nach Hause kommen mussten. Derweil unterhielten wir uns weiter auf Deutsch. An der U-Bahnhaltestelle angekommen ließen wir noch 2 Abschiedsfotos von uns vieren machen, bevor wir Sabine verabschiedeten.


Anschließend brachten wir Heidi zum Bus und liefen, nachdem sie eingestiegen war, vom Bus gemütlich zurück zum Hotel. Um Mitternacht zurück im Hotel funktionierte unsere Zimmerkarte nicht mehr, also ließ ich diese unten erneut freischalten. Danach tranken wir beide jeweils eine Flasche Bier auf den wunderschönen Abend mit Heidi und Sabine. Ich freue mich schon jetzt auf das nächste Wiedersehen mit den beiden. Gegen halb eins legten wir uns schlafen, schließlich steht morgen unser Umzug zu Arnaud bevor.

Dienstag, 10. April 2012

Dienstag, den 10.04.2012 – BeiJing Tag 6: BeiHai Park und Treffen mit ShaoYan

Morgens schliefen wir mal wieder bis 8 Uhr und gegen 9 Uhr saß Siggi bereits unten am Buffet. Der Kaffee war dünn, weswegen er mehrere davon trank und zudem war die Essensauswahl auch nicht mehr die Größte. Daher beschloss Siggi für den nächsten Tag früher zum Frühstück zu erscheinen. Ich rief derweil meine E-Mails ab und schaute mehr zufällig in meine Arbeits-E-Mails. Heute Morgen war das Internet immerhin deutlich schneller als gestrigen Abend. Als ich durch alle privaten E-Mails durch war und die von der Arbeit durchguckte, traf mich ein Schock. Ich hatte mich nicht rechtzeitig für das Doctoral Symposium auf der diesjährigen ICSE2012 angemeldet und damit war meine Veröffentlichung von der Veröffentlichungsliste gestrichen! Nachdem ich mich geärgerte hatte, versuchte ich anschließend alles Mögliche in die Wege zu leiten, damit es vielleicht doch noch mit der Reise zur Konferenz nach Zürich klappt. Nachdem ich meinen Betreuer Matthias angeschrieben hatte, folgte ich meinem Gefühl und schrieb zusätzlich die beiden Verantwortlichen der ICSE per E-Mail an. Danach hieß es abwarten, weil es aufgrund der Zeitverschiebung in Deutschland gerade mal 3-4 Uhr morgens war.
Also packten wir kurzerhand unsere kleinen Reiserucksäcke und gingen los. Ich aß mir um die Ecke des Hotels ein paar Baozi, die ich mit 6 ¥ zwar etwas teuer, aber dennoch lecker fand. Danach spazierten wir durch ein paar Hutongs zum nördlichen Teil der Verbotenen Stadt hoch, wo wir zunächst in den gegenüber der Verbotenen Stadt liegenden Jingshan-Park gingen.


Der Eintritt war mit 2¥ sehr günstig und lohnte sich.




Vom höchsten Punkt im JingShan-Park bot sich uns eine tolle Übersicht auf die Verbotene Stadt, den BeiHai-Park mit seiner weißen Stupa sowie die Nord-Süd-Achse, auf der der Trommelturm und der Glockenturm liegen.




Von dort gingen wir in Richtung BeiHai-See weiter und an diesem vorbei weiter bis zum HouHai-See hoch.


Als wir in eine Hutong-Straße einbogen, kaufte ich mir dort eine Art Pfannkuchen für 4¥. Der war im Gegensatz zu den Baozi vom Morgen sehr günstig und füllte auch deutlich mehr meinen Magen. Zudem erinnerte er mich sehr stark an meine Zeit in BeiJing, als ich diesen auch immer wieder gerne gekauft und gegessen hatte. Während der Umrundung des HouHai-Sees und kamen wir an einer Statue vorbei, die einen älteren Mann in einer Tai-Chi-Pose darstellte. Siggi ließ es sich nicht nehmen, ein paar Tai-Chi-Übungen neben dieser zu machen und wurde dabei direkt von einem Chinesen fotografiert.




Einmal den HouHai-See umrundet waren wir zurück am nördlichen Eingang des BeiHai-Parks und kauften uns zwei Tickets für diesen. Unser erster Besichtigungspunkt sollte die 9-Drachenmauer sein, an der bis auf zwei Pärchen keine Besucher waren. Damit konnte ich die 9-Drachenmauer ohne Probleme komplett abfotografieren, was ich schon immer mal machen wollte.




Siggi meinte nur, dass wir diese ja bereits gesehen haben. Das ist richtig und wiederum nicht so ganz. Wir hatten eine kleine Version dieser Mauer bei unserem Besuch in PingYao gesehen, wo ich ihm von dieser großen 9-Drachenmauer erzählt hatte. Anschließend gingen wir weiter zur Hauptattraktion des Parks der weißen Pagode.





Diese war von nahem genauso schön wie von weitem anzusehen und auch an dieser Stelle waren nur wenige Leute unterwegs.




Nachdem wir alles soweit erkundet hatten und Siggi eine Pause im Hotel gebrauchen konnte, fuhren wir mit dem Bus in die Nähe unseres Hotels und waren gegen 16 Uhr zurück. Dort nahm ich sofort mit Matthias Kontakt auf, der sich bereits des Veröffenlichungsproblems angenommen hatte. Er hatte mehrmals versucht entsprechende Personen telefonisch zu erreichen, jedoch leider ohne Erfolg. Außerdem entschuldigte er sich bei mir, dass wir beide diese Frist übersehen hatten. Tja, nun blieb nur noch zu hoffen, dass alles ein gutes Ende nehme wird und ich doch noch meinen Froschungbeitrag veröffentlichen kann. Im Zimmer ruhten wir uns beide aus, weil wir abends mit ShaoYan verabredet waren.
Ich hatte uns einen Wecker gestellt, damit wir nicht verschliefen und dieser klingelte gegen 18.30 Uhr. Als ich gerade im Bad verschwunden war, bemerkte Siggi, dass draußen ein richtig heftiger Regenschauer niederging. Zum Glück hatte ich meine zum Trocknen nach draußen gehangenen Socken wenige Minuten zuvor reingeholt. Für uns war das der erste Regenschauer seit unserer Ankunft in China und von daher waren wir bisher ohne Regenschirm ausgekommen. Im Gegensatz zu mir war Siggi natürlich bestens ausgestattet, da er eine Regenjacke eingepackt hatte. Durch meine BeiJing-Erfahrung war ich mir jedoch sicher, dass dieser Schauer nur von kurzer Dauer sein konnte. Als wir dann nach XiDan aufbrachen, kamen nur noch wenige Regentropfen herunter. Um den doch recht weiten Weg schnell zu überbrücken, nahmen wir für 0,4¥ gemütlich den Bus nach XiDan. Die U-Bahn hätte für die eine Station ganze 2¥ gekostet. Am verabredeten Apple-Store kamen wir pünktlich um 19 Uhr an, wo ShaoYan bereits auf uns wartete. Wir sahen uns schon von weitem und das lang ersehnte wiedersehen war damit endlich geglückt. Ich freute mich riesig, ShaoYan nach so langer Zeit endlich wiederzusehen und drücken zu können und Siggi freute sich ebenso.
Vom Apple-Store aus gingen wir drei in der danebenliegenden Mall im 5. Stock in ein Taiwanesisches Restaurant, in denen wir uns leckere Gerichte aussuchten. Yan sagte mir mehrmals, dass sie nicht viel essen werde, schließlich müsse sie abnehmen. Auch dieses Mal sagte ich ihr, dass es Quatsch wäre, denn so wie sie aktuell sei, sähe sie toll aus. Siggi sagte ihr auch mehrere Male das Gleiche, doch sie hatte da ganz ihren eigenen Kopf. Nachdem Siggi und ich bezahlt hatten, verließen wir zwischen 21 und 22 Uhr das Restaurant. Yan fuhr uns mit ihrem Auto sicher zum Hotel zurück. Wir beide finden, dass sie sehr gut Auto fährt. Ich meine mich daran erinnern zu können, dass sie einmal sagte, dass ihr Auto klein sei. Ich fand es jedoch recht geräumig. Am Hotel verabschiedeten Siggi und ich uns von Yan und ich freute mich schon jetzt auf den kommenden Sonntag, wo ich Yan und vielleicht auch ihre Familie wiedersehe. Im Hotel tranken Siggi und ich auf unseren schönen Tag jeweils zwei Bier, die wir auf dem Rückweg vom BeiHai-Park im kleinen Supermarkt um die Ecke gekauft hatten und gegen Mitternacht gingen wir dann schlafen. Zum Schreiben des Blogs hatte ich keine Lust mehr.

Samstag, 7. April 2012

Samstag, den 07.04.2012 – SuZhou Tag 2

Gegen ca. 6 Uhr waren Siggi und ich plötzlich hellwach, weil mein Rucksack vom Nachtisch gesegelt war. Glücklicherweise war das genau zu dem Zeitpunkt passiert, als wir beide dem stillen Örtchen einen Besuch abstatten mussten. ^^ Das Bier treibt ja schon ganz ordentlich. Anschließend schliefen wir bis 8 Uhr weiter, bis letztendlich mein Wecker klingelte. Wir beide waren zu faul zum Aufzustehen und dösten daher weiter vor uns hin. Dennoch führte kein Weg am Aufstehen vorbei und so gingen Siggi und ich, nachdem wir kurz unsere Wäsche gewaschen und aufgehängt hatten, wieder in die Panami-Bäckerei. Siggi genoss wieder seinen Kaffee und holte sich einige Teilchen zum Frühstück. Ich holte mir dieses Mal einen Mix-Tee, der leider wie der gestrige Milchshake auch nur lauwarm war.
Danach wollten wir zur Hauptstraße gehen, um dort einen Bus zum Lion Forest Garden zu nehmen. An der Kreuzung lag die Haltestelle jedoch links von uns und der Garten lag in Richtung rechts. So liefen wir nach rechts in Richtung Garten, wo ich nach kurzer Zeit plötzlich an einem Geschäft stehen blieb, da es hier ein chinesisches Frühstück gab. Siggi meinte, dass ich Essen auf viele Meilen und sogar gegen den Wind rieche. Ich hatte Hunger, also gingen wir rein. Uns beiden bestellte ich jeweils eine leckere Nudelsuppe einmal mit Rind- und einmal mit Hühnerfleisch sowie fünf Baozi. Siggi und mir schmeckte das Frühstück so gut, sodass wir beschlossen, morgen wieder zum Frühstück hierherzukommen. Nach dem leckeren Frühstück bahnten wir uns über einige Seitenstraßen den Weg zum Lion Forest Garten. Eine Seitenstraße lag direkt an einem Kanal und hier herrschte reges Treiben.


Am Garten angekommen, kaufte ich uns Eintrittskarten und wir betraten den Garten. Ich kannte den Garten bereits von meinem letzten Besuch in 2008, als während meines Besuchs abends ein großes Unwetter über den Garten hinweg zog. Der Himmel öffnete einfach seine Schleusen von jetzt auf gleich. Heute hingegen bot sich uns ein traumhaft schönes und sonniges Frühlingswetter mit warmen 20-25 Grad. Bei so einem Wetter lässt sich die Gartenerkundung wahrlich genießen und so ließen wir uns gemütliche zwei Stunden Zeit.








 
Vom Lion Forest Garden liefen wir direkt nebenan durch ein kleines Museum durch und statteten dem großen SuZhou Museum auch einen Besuch ab. Neben dem SuZhou Museum liegt der Humble Administrator‘s Garden als größter von SuZhou‘s Gärten, der unser letztes Ziel für heute sein sollte. Siggi fand diesen Garten sehr beeindruckend, aber gerade weil er so groß ist, tummelten sich hier besonders viele Reisegruppen und Ausländer.





Wir schlenderten ausgesprochen gemütlich durch den Garten und ruhten uns immer wieder aus. Dafür waren die Pavillons mit ihren Bänken ideal. Nachdem wir auch die 2. Hälfte des Gartens erkundet hatten, setzten wir uns erneut in einen der am höchsten gelegenen Pavillons und genossen die verbleibende Zeit bis zur Schließung des Parks. Mit den letzten Leuten drehten wir noch ein paar Runden im Garten, machten hier und da ein paar schöne Fotos und verließen anschließend den Park.






Vor den dem Gartenausgang guckte ich mich in den Verkaufsgeschäfte nach Tassen um, die zwischen 80¥ und 100¥ kosten sollten. Auf dem Rückweg gingen wir gemütlich die kleine Straße neben dem Kanal entlang, die wir auch schon zuvor entlanggekommen waren. Dort kauften wir uns einen kleinen Snack auf die Hand, der aus Ei ummantelt mit einer Teighülle bestand. Sehr lecker und ideal für meinen recht leeren Magen.



Als wir am Ende der kleinen Kanalstraße ankamen, ließen wir uns zum Abendessen in einem Restaurant auf dem Weg zur Hauptstraße nieder. Nach dem Abendessen zeigte ich Siggi noch, wo der Bookworm in SuZhou liegt, in dem ich mich 2008 aufgehalten hatte, um kostenfreies Internet nutzen zu können. Wo wir schon einmal dort waren, rief ich direkt einmal unsere E-Mails ab und antwortete einer Bekannten. Über die Nebenstraße, auf der auch der Bookworm lag, gingen wir zurück. Ebenfalls lag auf dieser Straße ein sehr spiritueller Laden mit einem wunderschönen Buddha.


Wir guckten uns ausgiebig im Laden um und fanden viele tolle Sachen vor. Als wir gehen wollten, bot mir die Verkaufsdame eine Kette an, wie sie ein Junge in XiAn getragen hatte. Kurzerhand hatte ich diese auch schon um meinen Arm und sie passte gut. Woher wusste die Dame, dass ich so eine Kette haben wollte? Das ging mir alles irgendwie zu schnell und so konnte ich mich bei 200¥ zu keinem Kauf durchringen. Ich sagte ihr, dass mir Holzketten mit Gummiband lieber wären, weil ich diese wegen des Judosports einfacher ausziehen könne. Bevor wir uns höflich verabschiedeten, gab die Ladenbesitzerin uns jeweils eine Holzkette als Geschenk mit, die sehr gut zu meinen bereits vorhandenen Holzketten passt. Ins Hotelzimmer kehrten wir mit 2 Flaschen Bier gewappnet ein, die wir während der Blogaktualisierung leerten. Anschließend wurde das Licht gelöscht.